Hamburg & Schleswig-Holstein3.700-Tonnen-Brücke rollt durchs Herz von Hamburg

Nur noch wenige hundert Meter, dann erreicht die neue Sternbrücke ihren Platz. Warum der Brückentransport entlang der Max-Brauer-Allee eine besondere Herausforderung ist.
Hamburg (dpa/lno) - Nur noch wenige hundert Meter dauert die Reise der neuen Sternbrücke im Herzen von Hamburg. Am heutigen Donnerstag soll das 3.700 Tonnen wiegende Bauwerk entlang der Max-Brauer-Allee an seinen Einbauort gebracht werden.
"Die große Herausforderung ist das sehr enge Baufeld", sagte Janna Widmaier, die Projektleiterin der Deutschen Bahn. Nach dem Transport wird das 108 Meter lange und 21 Meter Breite Bauwerk auf die vorbereiteten Lager gesetzt. Diese werden schließlich mit Beton vergossen. Wegen der niedrigeren Temperaturen erfolgt das Gießen in der Nacht.
Am Mittwoch erfolgte der erste Querverschub der Brücke
In der Folge werden Schotter, Schienen, Oberleitungen und Signale eingebaut. Die Wiederaufnahme des Bahnverkehrs ist für Ende August vorgesehen.
Am Mittwoch war die neue Sternbrücke etwa 50 Meter von ihrem Montageplatz seitwärts auf die Max-Brauer-Allee geschoben worden. Bis zum Beginn des finalen Transports sollte das Bauwerk bis zum späten Mittwochabend noch auf seine Montagehöhe von sechs Metern über dem Straßenniveau angehoben werden.
86 Bäume wurden für den Transport gefällt
Bewegt wird die Brücke auf 48 sogenannten SPMT. Die Abkürzung steht für Self-Propelled Modular Transporter (selbstfahrender Modultransporter). Auf insgesamt 1.088 Rädern, die um 360 Grad drehbar sind, erfolgte dann der Verschub auf die Straße. Die Max-Brauer-Allee wurde durchschnittlich um etwa 60 Zentimeter aufgeschüttet. Darauf wurden Stahlplatten gelegt. Nicht zuletzt die Räder sorgen für die notwendige Lastverteilung.
Für den Transport wurden Laternen abgesägt, das Vordach einer Tankstelle gekappt und 86 Bäume gefällt. "Der Transport bei Tageslicht hat seine Vorteile", sagte Janna Widmeier. So bleiben zu den Häusern an der Max-Brauer-Allee "seitlich zum Teil nur 80 Zentimeter Platz".
Bis zu 900 Züge pro Tag
Die Sternbrücke auf der sogenannten Verbindungsbahn ist ein zentraler Bestandteil im Schienennetz der Hansestadt. Bis zur aktuellen Sperrung fuhren täglich etwa 900 Regional- und Fernverkehrszüge sowie S-Bahnen über die vier Gleise. Doch nach rund 100 Jahren Betriebszeit hatte das Bauwerk das Ende seiner technischen Nutzungsdauer erreicht.