Regionalnachrichten

Hamburg & Schleswig-HolsteinHamburg setzt verstärkt auf Digitale Zwillinge

20.10.2026, 14:51 Uhr
image
(Foto: Antonia Sawallisch/dpa)

Hamburg will Planungsprozesse mit digitalen Abbildern der Stadt einfacher, verständlicher und nachvollziehbarer machen. Was die Digitalen Zwillinge Planern und Bürgern bringen sollen.

Hamburg (dpa/lno) - Bei Planungs- und Beteiligungsprozessen setzt Hamburg verstärkt auf digitale Abbilder der Stadt. Sogenannte Urbane Digitale Zwillinge "liefern eine gemeinsame Datengrundlage, beschleunigen Abstimmungen und verbessern die Planungsqualität", sagte Senatskanzleichef Jan Pörksen. "Gleichzeitig machen sie städtische Planungen für die Bürgerinnen und Bürger transparenter und verständlicher."

Digitale Zwillinge sind moderne Werkzeuge zur Stadtplanung, die auf unterschiedliche Daten zugreifen und diese anschaulich darstellen können - beispielsweise aus den Themenbereichen Mobilität, Klima, Bevölkerungsentwicklung.

Digitale Zwillinge sollen Projekte veranschaulichen

"Wir haben als Stadt sehr viele Daten und wir wissen, dass in unserer heutigen datengetriebenen Gesellschaft Daten ein ungeheurer Schatz sind", sagte Pörksen. Mit den Zwillingen schaffe man es, die Daten "zum Leben zu bringen".

Dabei reiche es nicht, einfach nur die Akten der verschiedenen Behörden zu digitalisieren. Laut Hamburgs Chief Digital Officer Christian Pfromm besteht der Mehrwert darin, dass man "mit Daten gemeinschaftlich planen und das Ganze auch visualisierbar und nachvollziehbar machen" könne. "So werden aus Daten Informationen, aus Informationen Wissen und das führt uns dann auch weiter", ergänzte Pfromm.

Ein Beispiel sei der "3DProjektplaner", mit dem Bauvorhaben in der Stadt bereits im frühen Planungsstadium visualisiert und auf ihre Auswirkungen überprüft werden könnten. Zudem könnten die Bürgerinnen und Bürger mit der Visualisierung der Planungen besser einbezogen werden.

Digitale Helfer bei baulicher Planung und Hochwasserschutz

Verena Mutz vom Zentrum Digitaler Zwilling erläuterte, mit dem Projektplaner sei es zum Beispiel möglich, "auch Lichteinfall, Schattenwürfe und Sichtachsen zu simulieren und damit fundierte, datenbasierte Entscheidungsgrundlagen vorzunehmen".

Senatskanzleichef Pörksen sagte, weitere Digitale Zwillinge dienten der Infrastrukturplanung, dem Monitoring der Bevölkerungsentwicklung oder dem Hochwasserschutz. Dabei setze die Stadt nicht auf den einen großen Zwilling, sondern auf viele "Fachzwillinge". Die technische Federführung liegt beim Landesbetrieb Geoinformation und Vermessung.

Sensible Daten bleiben geschützt

Neben öffentlichen Bereichen gebe es auch geschützte Räume mit sensiblen Daten, erklärte Pörksen. "Wir sind nicht dabei, dass wir jetzt jeden Trinkbrunnen und jede Stromleitung öffentlich machen." Vor dem Hintergrund der Sabotagefälle in den vergangenen Jahren habe die Sensibilisierung in diesem Bereich deutlich zugenommen.

"Wir bleiben bei Transparenz da, wo wir sie gut handhaben können. Aber wir bleiben bei geschützten Daten da, wo die Daten aus unterschiedlichen Gründen zu schützen sind", sagte der Senatskanzleichef.

Für den Ausbau der Digitalen Zwillinge stehen laut Chief Digital Officer Pfromm in diesem und den kommenden beiden Jahren insgesamt neun Millionen Euro zur Verfügung.

Quelle: dpa

Regionales