Hamburg & Schleswig-HolsteinHamburger Suchtmediziner warnt vor Cannabis-Legalisierung

Hamburg (dpa/lno) - Der Suchtmediziner und Kinder- und Jugendpsychiater Rainer Thomasius vom Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf hat vor der Legalisierung von Cannabis gewarnt. Im Interview mit dem Sender Phoenix bezweifelte er, dass mit der Gesetzesvorlage, über die das Bundeskabinett am Mittwoch entscheiden wollte, die Qualität von Cannabis-Produkten kontrolliert, gesundheitsgefährdende Verunreinigungen verhindert, der Jugendschutz gewährleistet und die Drogenkriminalität zurückgedrängt werden könnten. Erschreckend sei vielmehr, dass der tägliche oder fast tägliche Konsum von Cannabis in Ländern mit Legalisierung sehr stark ansteige.
"Der regelmäßige Konsum ist es, der die Folgeschäden mit sich bringt", sagte Thomasius. "Das sind Psychosen, Angststörungen, kognitive und depressive Störungen und vor allen Dingen die Störungen der Gehirnreifung bei Jugendlichen." Weil sich insbesondere das Frontalhirn nicht altersgerecht entwickeln könne, werde der Intelligenzquotient um bis zu zehn Punkte gemindert. "Deshalb muss das Paradigma sein: Kein Cannabis-Gebrauch im Jugendalter. Und dies wird durch eine Legalisierung konterkariert."