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Hamburg & Schleswig-HolsteinLandesfrauenrat: Zu wenig Schutzplätze für Frauen in MV

11.10.2026, 04:31 Uhr
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Der Landesfrauenrat kritisiert: Viele Frauen finden in MV keinen Platz im Frauenschutzhaus. Warum reichen die vorhandenen Angebote nicht aus und was fordert der Verband konkret?

Schwerin (dpa/lno) - In Mecklenburg-Vorpommern herrscht nach Meinung des Landesfrauenrates ein hoher Nachholbedarf an Plätzen für Frauen, die Opfer von Gewalt werden. "Schutzsuchende Frauen müssen regelmäßig abgewiesen werden, weil kein Zimmer frei ist", teilte der Landesfrauenrat auf Nachfrage der Deutschen Presse-Agentur mit.

In Mecklenburg-Vorpommern seien in den landesweit neun Frauenschutzhäusern aktuell 153 Plätze erfasst. "Diese Zahl zählt jedoch die Betten für Frauen und Kinder zusammen, ohne das kenntlich zu machen. Tatsächlich stehen in den Frauenschutzhäusern des Landes aktuell etwa 60 Schutzplätze für gewaltbetroffene Frauen und ihre Kinder zur Verfügung", so der Landesfrauenrat.

Laut der Istanbul-Konvention des Europarats zum Schutz von Frauen und Mädchen vor jeglicher Form von Gewalt sowie vor häuslicher Gewalt sei pro 10.000 Einwohner eine sichere Unterkunft für eine Familie vorzuhalten. "Bei rund 1,57 Millionen Einwohnern bräuchte Mecklenburg-Vorpommern demnach 157 Familienplätze. Wer stattdessen Betten zählt, erweckt den falschen Eindruck, die Vorgaben der Istanbul-Konvention seien nahezu erfüllt. Tatsächlich fehlen im Land 97 Familienplätze", kritisiert der Landesfrauenrat.

Unterversorgte Regionen im ländlichen Raum

Auch bei den spezialisierten Beratungsstellen gegen Gewalt gebe es unterversorgte Regionen, vor allem im ländlichen Raum. Zugleich arbeiteten viele bestehende Einrichtungen personell und finanziell an der Belastungsgrenze. Ein Ausbau müsse deshalb immer mit der Stabilisierung der vorhandenen Strukturen einhergehen.

Neben einem Ausbau des gesamten Hilfenetzes und einer verlässlichen Finanzierung bedarf es nach Aussage des Landesfrauenrates eines gesellschaftlichen Umdenkens: "Wir brauchen eine Gesellschaft, die alle Menschen als gleichwertig ansieht, die hinschaut, die aktiv wird und Gewalt nicht als Privatsache abtut."

Quelle: dpa

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