Hamburg & Schleswig-HolsteinLandessportverband fordert mehr Geld für Sportstätten

Mehr als 250 Anträge für Bau und Sanierung von Sportstätten in Schleswig-Holstein können derzeit nicht gefördert werden. Der Landessportverband sieht dringenden Handlungsbedarf.
Kiel (dpa/lno) - Der Landessportverband fordert eine Stärkung des Breiten- und Leistungssports in Schleswig-Holstein. "Es braucht gute, funktionierende und zukunftsfähige Rahmenbedingungen", sagte die Präsidentin des Landessportverbandes Schleswig-Holstein Barbara Ostmeier bei einer Pressekonferenz in Kiel. Vereine bräuchten nicht nur die beste Weiterbildung und Qualifizierung, sondern auch zeitgemäße Sportplätze – allerdings sei die finanzielle Lage denkbar knapp.
"Die Zuwendung des Landes im Rahmen des Sportfördergesetzes zur Förderung von Bau- und Sanierungsmaßnahmen reicht längst nicht mehr aus, um den bestehenden und wachsenden Investitionsbedarf der Sportvereine angemessen abzudecken", erklärte Ostmeier. Die Folge sei, dass mehr als 250 beantragte Bau- und Sanierungsmaßnahmen derzeit nicht bezuschusst werden könnten – dazu kämen weitere 160 Anträge für Sportgeräte.
Dahinter stünden rund 4,5 Millionen Euro an zusätzlichem Investitionsbedarf. Überdies gebe es einen Sanierungsstau von Sportstätten im nördlichsten Bundesland in Höhe von 600 Millionen Euro. Daher fordere der Landessportverband ein dauerhaftes Sportstätteninvestitionsprogramm des Landes. Insgesamt habe der Verband mit Blick auf die Landtagswahl im April 2027 in einem Positionspapier sieben Kernforderungen gegenüber den politischen Verantwortungsträgern formuliert.
Einige Forderungen des Verbandes
Darin fordert der Verband etwa verlässliche Partner, langfristige Förderstrukturen und politische Unterstützung. Der Sport soll gesellschaftliche Aufgaben übernehmen – etwa bei Gesundheit, Integration, Inklusion und Teilhabe. Zudem brauche er Schutz vor Diskriminierung, Gewalt und antidemokratischen Tendenzen.
Bewegung und Sport sollen fest zur Gesundheits- und Präventionsstrategie des Landes gehören. An Schulen müsse eine tägliche, verpflichtende Bewegungszeit für alle Kinder und Jugendlichen gelten.
Angesichts wachsender Aufgaben verlangt der Verband eine verlässliche Förderung, langfristige Planungssicherheit und die konsequente Umsetzung der landesweiten Sportentwicklungsplanung. Sport müsse bei Landesentscheidungen mitgedacht werden, hieß es. Die Forderungen richten sich dabei nicht nur an die aktuelle Landesregierung, die den Haushalt für das kommende Jahr aufstellt, sondern auch an künftige Regierungen, den Sport im Land weiter zu fördern, betonte Ostmeier.
Reaktion der Sportministerin
"Die Stärkung des Sports und seiner Vereine ist für die Landesregierung seit 2017 ein zentraler Schwerpunkt ihrer Arbeit", sagte Schleswig-Holsteins Sportministerin Magdalena Finke (CDU). Neben unterschiedlichen umfangreichen Förderungen erhielt allein der Landessportverband ihren Angaben zufolge in diesem Jahr fast 12,5 Millionen Euro. Zudem seien in den vergangenen Jahren 54,2 Millionen Euro für die Sanierung und Modernisierung von mehr als 420 kommunalen Sportstätten bereitgestellt worden.
Den Zukunftsplan Sportland Schleswig-Holstein habe das Land gemeinsam mit dem Landessportverband und den Kommunen entwickelt. Die dort genannten Handlungsfelder seien nicht nur gemeinsam erarbeitet worden, sondern es wurde auch mit der Umsetzung begonnen. "Wie in den vergangenen Jahren auch, werden wir den Weg in engem und vertrauensvollem Austausch mit dem Landessportverband weitergehen", betonte Finke.