ThüringenMessungen wegen Schwelbrand bei Meuselwitz in Orten begonnen

Seit mehr als drei Monaten schwelt bei Meuselwitz unterirdisch ein Brand. Wie wirken sich Rauch und unangenehme Gerüche auf die Menschen vor Ort aus? Antworten sollen Messungen geben.
Meuselwitz (dpa/th) - Die Luftmessungen wegen eines unterirdischen Schwelbrands auf dem früheren Kohlebergbaugelände bei Meuselwitz haben in umliegenden Ortschaften begonnen. An fünf Standorten wird nun die Qualität der Luft basierend auf verschiedenen Parametern gemessen, wie es vom Landratsamt Altenburger Land hieß.
Seit Ende Juni schwelt der Brand auf der stillgelegten Kohlebergbaufläche des ehemaligen Tagebaugebiets Rusendorf in der Nähe der Landesgrenzen zu Sachsen und Sachsen-Anhalt. Der Rauch verursacht teils erhebliche Geruchsbelästigungen. Auf Anordnung der Stadt Meuselwitz wird nun an den betroffenen Orten gemessen. Diese sollen Rückschlüsse über mögliche Gesundheitsrisiken liefern.
Fünf Messstationen
Laut Landratsamt wird die Luftqualität in zwei Phasen gemessen. Die erste Phase habe heute begonnen, sagte eine Sprecherin. Erhoben werden dabei verschiedene Parameter wie etwa Feinstaub. Nach einer Laboranalyse könnten frühestens in vier Wochen Aussagen basierend auf den Daten getroffen werden.
Die Messgeräte wurden in Mumsdorf, Falkenhain, Bünauroda, Meuselwitz und Michelwitz aufgebaut. Die jeweiligen Standorte wurden mit Blick auf Rückmeldungen von Bürgern sowie unter Berücksichtigung der Infrastruktur ausgewählt. In Mumsdorf wird beispielsweise an einer Kindertagesstätte gemessen.
Ab Ende Oktober Messungen in Echtzeit
In der zweiten Phase werden zudem sogenannte Messcontainer an den Messpunkten in Mumsdorf und Falkenhain aufgebaut, da diese besonders vom Geruch betroffen sind. Diese liefern dann demnach unter anderem Aussagen zu Schwefeldioxid, Stickstoffdioxid und Kohlenstoffmonoxid in Echtzeit. Damit ließen sich auch Kurzzeitgrenzwerte überwachen. Voraussichtlich beginne der Aufbau der Container Ende Oktober.
Dabei laufen jedoch auch die Messungen der anderen Stationen weiter. Vorgesehen sind laut Landratsamt bislang Erhebungen bis Ende des Jahres - mit Option auf Verlängerung.
Die Pläne wurden am Vormittag im Meuselwitzer Ortsteil Mumsdorf vorgestellt. Neben rund 50 Bürgerinnen und Bürgern waren auch Vertreter der Stadt, des Landratsamtes sowie der Eigentümerin der brennenden Fläche, die Lausitzer und Mitteldeutsche Braunkohleverwaltungsgesellschaft (LMBV), da.