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Hamburg & Schleswig-HolsteinNaturkundemuseum - Neues Angebot spart 100 Millionen Euro

09.10.2026, 11:02 Uhr
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Der Senat prüft ein neues Angebot für das Naturkundemuseum. Was spricht für den Standort am Besenbinderhof statt im unfertigen Elbtower?

Hamburg (dpa/lno) - Der Elbtower hat Konkurrenz als möglicher Sitz für das geplante Naturkundemuseum bekommen. Statt in die Hafencity könnte die Einrichtung auch in einen leerstehenden Bürokomplex unweit des Hamburger Hauptbahnhofs ziehen - und zwar zu geringeren Kosten.

Der geschäftsführende Gesellschafter des Hamburger Immobilienunternehmens Büll & Liedtke, Thorsten Testorp, sagte dem "Hamburger Abendblatt", nachdem sich zuletzt Bürgermeister Peter Tschentscher (SPD) skeptisch ob der Elbtower-Verhandlungen gezeigt habe, "haben wir der Senatskanzlei ein konkretes Angebot zum Kauf des projektierten Museumsgebäudes unterbreitet".

Neues Angebot 100 Millionen Euro günstiger

Die Kosten für Teile des Stadtkontors am Besenbinderhof, in dem früher die Generali-Versicherung residierte, bezifferte Büll & Liedtke auf 495 Millionen Euro. Das schlüsselfertige Angebot wäre damit 100 Millionen Euro günstiger als der bislang vom Senat ins Auge gefasste Museumsstandort im Elbtower.

Die B&L Gruppe hatte bereits in der Vergangenheit Interesse am Naturkundemuseum gezeigt, war aber zunächst nicht durchgedrungen. Hamburgs rot-grüner Senat favorisierte den nach wie vor unfertigen Elbtower als Museumssitz.

Doch da sich auch SPD-Fraktionschef Dirk Kienscherf skeptisch gezeigt hatte, "haben wir unser Konzept zur Ansiedlung der geplanten öffentlichen Ausstellung, der umfangreichen Sammlung und der Forschung noch mal intensiv überarbeitet und es zur Verfügung gestellt", sagte Testorp dem "Abendblatt".

Senatssprecher bestätigt Eingang des Angebots - wird jetzt geprüft

Senatssprecher Christopher Harms bestätigte den Eingang des Angebots. "Das neue Angebot der B&L Gruppe ist eingegangen und wird geprüft", sagte er der Deutschen Presse-Agentur. Weitere Angaben machte er zunächst nicht.

Hamburg hat sich in der Vergangenheit verpflichtet, ein modernes Naturkundemuseum zu errichten. Hintergrund ist der 2021 geschlossene Staatsvertrag von Nordrhein-Westfalen und der Hansestadt zur Gründung des Leibniz-Instituts zur Analyse des Biodiversitätswandels (LIB). In ihm zusammengeführt wurden nach Angaben der Stadt das Museum für Natur Hamburg sowie das Bonner Museum Koenig.

Eckpunktevereinbarung aus dem Oktober 2025

Im Oktober vergangenen Jahres hatte der Senat erklärt, dass die Stadt das geplante Naturkundemuseum im Elbtower unterbringen und dafür fast die Hälfte des Gebäudes zu einem Festpreis von 595 Millionen Euro übernehmen wolle. Finanzsenator Andreas Dressel (SPD) verwies damals auf eine Kosten-Nutzen-Analyse, nach der ein Neubau eines städtischen Museumsgebäudes in der Hafencity 824 Millionen Euro kosten würde.

Beim Elbtower ruhen nach der Pleite der Signa-Gruppe des österreichischen Immobilieninvestors René Benko seit Oktober 2023 die Bauarbeiten. Seit Dezember 2024 verhandelt ein Konsortium um den Immobilieninvestor Dieter Becken mit dem Insolvenzverwalter Torsten Martini über den Kauf des halbfertigen Rohbaus am Ostende der HafenCity.

Ursprünglich sollte der aktuell 100 Meter hohe Elbtower des Londoner Stararchitekten David Chipperfield mit 64 Stockwerken und 245 Metern Höhe Deutschlands dritthöchstes Gebäude werden. Nun sollen es nur noch 199 Meter werden. An dem Konsortium sind neben Becken die Kühne Holding, die Versicherung Signal Iduna, das Bauunternehmen Adolf Lupp sowie der Gründer der Drogeriekette Rossmann, Dirk Roßmann, beteiligt.

Quelle: dpa

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