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Hamburg & Schleswig-Holstein Pumpversuch für Coca-Cola-Brunnen beginnt im Februar

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Lüneburg (dpa/lno) - Das Unternehmen Coca-Cola startet Anfang Februar mit dem umstrittenen Pumpversuch für einen dritten Brunnen zur Förderung von Grundwasser im Landkreis Lüneburg. Coca-Cola unterhält mit seinem Tochterunternehmen Apollinaris in der Hansestadt bereits zwei Brunnen für das Abfüllen von Mineralwasser und verkauft das geförderte Wasser unter dem Namen "Vio". Wie der Landkreis am Donnerstag mitteilte, sind alle erforderlichen Unterlagen eingereicht. Bürgerinitiativen hatten zuletzt besonders vor dem Hintergrund der vergangenen trockenen Sommer gegen den weiteren Brunnen, das Abfüllen des Wassers in Flaschen und den hohen Verkaufspreis protestiert.

In knapp zwei Wochen startet das Unternehmen in der Samtgemeinde Gellersen seinen Pumpversuch. Sobald der konkrete Termin feststeht, will der Kreis ihn mitteilen und den Beginn der Arbeiten kontrollieren, hieß es. Der Pumpversuch dient der Vorbereitung des endgültigen Erlaubnisverfahrens zur Wasserentnahme. Der Konzern möchte mit dem neuen Brunnen bei Reppenstedt bis zu 350 000 Kubikmeter Wasser jährlich aus einer Tiefe von etwa 195 Metern fördern.

Bei dem Versuch könnten laut Erlaubnis bis zu 118 000 Kubikmeter Grundwasser abgepumpt werden. In der Diskussion war, diese Fördermenge um knapp die Hälfte zu reduzieren, doch davon habe das Unternehmen Abstand genommen. "Im Sinne des sparsamen Umgangs mit Wasser wäre die kleinere Menge durchaus sinnvoll. Im Sinne eines transparenten Verfahrens halten wir die Entscheidung von Apollinaris allerdings für richtig", erklärt Stefan Bartscht, Leiter Fachdienst Umwelt. Eine reduzierte Entnahme würde bedeuten, dass das Unternehmen den entsprechenden Wasserrechtsantrag auch nur für eine verringerte Gesamt-Fördermenge einreichen könnte.

An dem damit verbundenen Verfahren kann sich die Öffentlichkeit beteiligen. Sollte der Getränkekonzern jedoch zu einem späteren Zeitpunkt mehr Grundwasser fördern wollen, sei zwar ebenfalls ein Erlaubnisverfahren notwendig - allerdings sähe das Gesetz dann keine öffentliche Beteiligung mehr vor. "Das hätte den unschönen Beigeschmack von Intransparenz", sagte Bartscht. "Und das wollen wir unbedingt vermeiden."

Nach derzeitigem Stand läuft der Pumpversuch bis Ende März 2021, im Anschluss werten Gutachter die Ergebnisse aus. Dabei geht es um die Frage, ob die langfristige Wasserentnahme negative Auswirkungen auf Natur und Umwelt hat. Auf Grundlage der Expertise kann das Unternehmen seinen endgültigen Antrag zur Wasserentnahme erarbeiten und dem Landkreis Lüneburg vorlegen. Kritiker bemängeln, dass es kein unabhängiges Gutachten gebe.

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