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Hamburg & Schleswig-HolsteinSind lustige Gangarten bald auch in Bargteheide zu sehen?

20.08.2026, 16:24 Uhr
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(Foto: Jaroslav O?ana/CTK/dpa)

Der britische Komiker John Cleese war berühmt für alberne Gangarten. Jetzt möchte die Wählergemeinschaft Bargteheide die lustige Idee aufgreifen. Doch die Straßenverkehrsordnung setzt enge Grenzen.

Bargteheide (dpa/lno) - Nach dem Vorbild des britischen Komikers John Cleese schlägt die Wählergemeinschaft für Bargteheide spezielle Zonen für "albernes Gehen" in der Stadt vor - vor allem vor einem Schulzentrum und in einem Fußgängertunnel. "Einige Städte in Europa haben bereits gute Erfahrungen mit dieser Idee gemacht", sagt der Initiator Norbert Muras (77), Mitglied der Stadtvertretung seit 1998.

"Albernes Gehen" hat seinen Ursprung in dem Sketch "Ministry of Silly Walks" (Ministerium für alberne Gangarten) der britischen Komikergruppe Monty Python aus dem Jahr 1970. Mit einer Mischung aus Ausfallschritten und Trippelschritten hat John Cleese die überaus komische Gangart berühmt gemacht und seitdem damit weltweit viele Fans gewonnen.

Initiator Norbert Muras geht es um eine "lustige Aktion" in der 16.000-Einwohner-Stadt Bargteheide nordöstlich der Hamburger Stadtgrenze. "Überall, wo das bisher gemacht wurde, gab es einen großen Spaßeffekt, vor allem auch bei Jüngeren", sagt er auf dpa-Anfrage. "Und: Es kostet nichts." Zuvor hatten die Lübecker Nachrichten über den Vorstoß berichtet.

In mehreren Ländern spezielle Zonen eingerichtet

Im niederländischen Eindhoven gebe es einen kompletten Tunnel, der dem Einüben oder Nachahmen von albernen Gangarten gewidmet sei, sagt Muras. Den Tunnel ziert auch ein großes Porträt von John Cleese, der bei der Einweihung persönlich dabei gewesen sei. Auch in den USA, Norwegen und Tschechien gebe es spezielle Zonen für "albernes Gehen".

Für Bargteheide hat Norbert Muras vor allem einen Zebrastreifen in der Theodor-Storm-Straße in der Nähe des Schulzentrums und den Bahntunnel im Auge, der erneuert werde. Dort müssten auch die Wände neu gestaltet werden. Für den Zebrastreifen hat er schon einmal ein eigenes Schild gestaltet - es zeigt einen Mann mit Hut und Aktentasche und einem hochgestreckten rechten Bein in alberner Gangart, so wie einst John Cleese.

Vorschläge an Parteien und Verwaltung verschickt

Die Aktion würde sich in eine Liste anderer lustiger Aktionen einreihen, die es in Bargteheide gegeben habe - zum Beispiel eine "Sprachdusche", die auf Knopfdruck kein Wasser liefert, sondern Texte vorliest, und "sprechende Papierkörbe", die sich dafür bedanken, wenn etwas eingeworfen wird.

Er habe seine Pläne an die Verwaltung und an die Parteien geschickt, erklärt Norbert Muras. "Ich weiß natürlich, wie schwierig das ist. Aber ich würde mich freuen, wenn die Parteien die Idee gut fänden und der Kinder- und Jugendbeirat sich dafür aussprechen würde", sagt er.

In der Stadtvertretung hat die Wählergemeinschaft für Bargteheide fünf von 38 Sitzen. "Wir arbeiten hier aber alle sehr gut zusammen und ziehen bei wichtigen Dingen an einem Strang", erklärt Muras.

Kreis Stormarn weist auf strenge Rechtsprechung hin

Der Kreis Stormarn weist auf dpa-Anfrage darauf hin, dass die Straßenverkehrs-Ordnung die Verwendung oder Anbringung von privaten Zeichen oder Verkehrseinrichtungen untersage, "sofern diese den Verkehrszeichen gleichen, eine Verwechslungsgefahr sowie die Gefahr besteht, dass sich diese auf den Verkehr auswirken können".

Bereits bei oberflächlicher Betrachtung dürfe eine Einrichtung nicht den Eindruck erwecken, dass es sich um ein amtliches oder sonstiges zugelassenes Verkehrszeichen oder eine amtliche Verkehrseinrichtung handele. Das Anbringen von privaten Schildern oder Plakaten an Verkehrszeichen sei nicht zulässig. Das Aufstellen von privaten Schildern im öffentlichen Straßenraum bedürfe einer Sondernutzungserlaubnis. "Die Rechtsprechung ist diesbezüglich sehr streng", so der Kreis Stormarn.

Gerhard Artinger, der Erste Vorsitzende der Wählergemeinschaft für Bargteheide, spricht dagegen von einer witzigen Idee. "Gerade dadurch kann man junge Leute auf lustige Art ans Thema Straßenverkehr heranführen. Das ist ein Aufhänger, um auf die Sicherheit der Schulwege aufmerksam zu machen."

Nach Ansicht von Norbert Muras muss es auch nicht unbedingt ein Schild sein, das aufgestellt wird. "Man kann das Zeichen auch auf den Boden auftragen."

Quelle: dpa

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