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Niedersachsen & BremenKI und neuer Campus - Millionen-Investition für TU Clausthal

20.08.2026, 17:01 Uhr
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Die Technische Universität Clausthal will wachsen - und das schnell. Mit einem privaten Investor soll das nun gelingen. Welche Pläne die Uni verfolgt.

Goslar (dpa/lni) - Mit einem neuen Campus und einem neuen KI-Schwerpunkt soll die Technische Universität Clausthal wachsen. Die Harzer Hochschule will dazu ihren Standort in Goslar zusammen mit der Tessner-Stiftung zu einem zweiten Campus ausbauen, wie die Projektpartner bei einer Pressekonferenz bekanntgaben. Laut dem Unternehmer und Stiftungsgründer Hans-Joachim Tessner geht es um die Investition eines größeren, zweistelligen Millionenbetrages. Schon 2030 soll der neue Standort den Betrieb aufnehmen.

Konkret geplant sind auf 5.000 Quadratmetern unter anderem ein Hörsaal, eine Mensa und Labore. Entstehen soll der neue Uni-Campus in direkter Nachbarschaft zum sogenannten Energie-Campus am südlichen Stadtrand von Goslar. Auf dem ehemaligen Kasernengelände sind unter anderem bereits ein kleinerer Standort der TU sowie ein Fraunhofer-Institut ansässig. Am TU-Standort lernen bisher rund 350 Studierende des Studiengangs Digital Technologies.

Neuer KI-Studiengang geplant

Zukünftig soll dort auch ein neuer Studiengang für Künstliche Intelligenz beheimatet sein. Die Stadt Goslar und die Universität rechnen mit bis zu 1.000 Studierenden in der Stadt. An der TU lernen aktuell rund 4.000 Studenten und Studentinnen unter anderem in den Themenfeldern Energie, digitale Technologien und Nachhaltigkeit.

"Wir wollen schnell wachsen", betonte Uni-Präsidentin Sylvia Schattauer. Ein privater Investor für den Bau sei da von Vorteil. Der Standort Goslar werde die Attraktivität und Sichtbarkeit der Universität steigern, sagte sie. Auch der Standort in Clausthal solle vom Wachstum der Hochschule profitieren.

"Noch jede Menge Hausaufgaben"

Ihr Vorgänger und heutige Staatssekretär im niedersächsischen Wissenschaftsministerium, Joachim Schachtner (SPD), lobte das Investment der Stiftung: "Ein privates Engagement für eine öffentliche Aufgabe ist keine Selbstverständlichkeit." Das Vorhaben sei ein Impuls, "der jetzt genau zur richtigen Zeit kommt". Das Land prüfe derzeit, in welcher Form eine Förderung oder Unterstützung möglich sei.

Noch stehen die Pläne relativ am Anfang. Goslars Oberbürgermeisterin Urte Schwerdtner (SPD) sagte, dass noch "jede Menge Hausaufgaben" zu erledigen seien. Von dem Vorhaben verspricht sie sich das "größte Entwicklungsprojekt der Stadt". Ziel sei es unter anderem junge Menschen und Wissenschaftler in die Region zu locken oder sie dort zu halten. Zu Wohnungsbauprojekten für die neuen Studierenden sei die Stadt bereits ebenfalls in Gesprächen mit der Tessner-Stiftung.

Positive Nachrichten für die Stadt

Für die Stadt Goslar ist das Bauvorhaben eine erfreuliche Nachricht, nachdem sich zuletzt ein anderes Projekt mit der Tessner-Stiftung zerschlagen hatte. Im Herbst vergangenen Jahres hatte der Ehrenbürger der Stadt seinen Rückzug aus dem Projekt für einen neuen Tagungsstandort in Sichtweite des welterbegeschützten Kaiserpfalzgebäudes bekanntgegeben. Grund war damals die Kritik verschiedener Verbände.

Tessner betonte, dass er ein Hochschulprojekt in seiner Heimatstadt schon länger geplant habe. Frühere Anläufe hätten sich aber zerschlagen. Er wolle ein Leuchtturmprojekt für Goslar schaffen, sagte der 82-Jähre bei der Pressekonferenz. In dem Campus-Neubau sehe er auch ein Konjunktur-Programm für die Region, die mit einem Bevölkerungsrückgang zu kämpfen hat, sagte der Investor.

Quelle: dpa

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