Hamburg & Schleswig-HolsteinVogt: Schleswig-Holstein nicht den Rändern überlassen

Warum Christopher Vogt von der FDP einen souveränen Umgang mit der AfD fordert und welche Aufgaben er für die Politik in Schleswig-Holstein sieht.
Kiel (dpa/lno) - Der Spitzenkandidat der FDP zur Landtagswahl im nächsten April, Christopher Vogt, will Schleswig-Holstein nicht den politischen Rändern überlassen. "Mein Eindruck ist nicht, dass die Linken oder AfD in Schleswig-Holstein irgendetwas Sinnvolles mit dem Land vorhaben, sondern dass sie vor allem von dem Frust und den Abstiegsängsten der Bevölkerung leben", sagte der Vorsitzende der FDP Landtagsfraktion der dpa.
Er hoffe, dass die Linken nicht wieder in den Landtag kommen. "Die hatten wir hier schon mal, die haben wirklich nichts gebracht." Außerdem hoffe er, dass die AfD möglichst klein gehalten werden könne. "Ich glaube, man muss realistisch sein, dass die AfD, wenn sie bei fast 30 Prozent auf Bundesebene steht, dann auch in Schleswig-Holstein nicht zu verhindern ist." Das Ziel müsse aber sein, "dass sie in Schleswig-Holstein keine relevante Rolle spielt", sagte Vogt.
AfD keine Alternative für Problemlösungen
Der Liberale plädierte für einen souveränen Umgang mit der AfD. "Ich finde, wir haben das in Schleswig-Holstein ganz gut hinbekommen in der letzten Wahlperiode." Man müsse sich auch mit den Themen der AfD befassen. "Man macht es der AfD viel zu einfach, indem man sich in der Sache zu wenig mit ihnen auseinandersetzt. Nur vor ihnen zu warnen und nur moralisch aufgeladen draufzuhauen, das überzeugt niemanden mehr." Die AfD sei keine Alternative, die Probleme lösen könne. Ziel von AfD-Politikern sei es, den Staat lächerlich zu machen. "Das kennen wir aus der Vergangenheit."
Entscheidend ist nach Vogts Überzeugung, sich "viel intensiver um die wirklichen Probleme unserer Bevölkerung zu kümmern". Es gehe darum, dass der Staat wieder besser funktioniere und die Wirtschaft wieder wachse. Wenn heute schon die Frage sei, ob der Schulbus komme oder nicht, dann zeige das, wie sehr die Kernaufgaben des Staates vernachlässigt worden seien. "Wenn wir uns um diese Probleme intensiver kümmern, dann gibt es auch weniger Platz für die Populisten und Extremisten", ist der Fraktionschef überzeugt.