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Hamburg & Schleswig-HolsteinVon Bonn nach Flensburg – Kunstschätze der Landesvertretung

09.10.2026, 15:02 Uhr
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Erstmals zeigt ein Museum die Kunstsammlung der ehemaligen Landesvertretung Schleswig-Holstein in Bonn – und öffnet damit ein Fenster zur Kulturgeschichte von den 1950er bis in die 1990er Jahre.

Flensburg (dpa/lno) - Mehr als 20 Jahre schlummerten die Bilder nach dem Umzug von Bonn nach Berlin vergessen im Keller der Schleswig-Holsteinischen Landesvertretung. Nun werden die rund 50 Werke unter dem Titel "Bonn - Berlin - Flensburg - Die Sammlung der Landesvertretung Schleswig-Holstein" von Samstag an bis zum 10. Januar 2027 erstmals in einem Museum präsentiert. Zunächst prägten Landschaftsbilder und historische Stadtansichten die Sammlung. Später rückte zunehmend die zeitgenössische Kunst des Landes in den Mittelpunkt.

Es sei eine sehr bunte Mischung, sagte der Leiter des Museumsberges in Flensburg, Michael Fuhr. Ein Sammelsurium, dass von Originalstichen aus der Renaissance - darunter die älteste Stadtansicht Rendsburgs (um 1583) bis hin zu zeitgenössischen Positionen reicht. Wer mit dem Sammeln angefangen habe, nach welchen Kriterien und auch ob es jemals so etwas wie ein Sammlungskonzept gegeben habe, lasse sich nicht mehr rekonstruieren, sagte Fuhr. Unterlagen dazu gebe es nicht.

Eine klare Ankaufspolitik scheint es nicht gegeben zu haben. Zumindest findet sich die gleiche Kieler Marktplatzansicht gleich zweimal in der Sammlung. Aber dennoch: Gerade die frühen Erwerbungen lassen laut Fuhr eine kulturpolitische Haltung erkennen. Unterstützt wurden demnach unter anderem Künstlerinnen und Künstler, die nach Krieg und NS-Zeit nur schwer wieder Fuß fassen konnten - darunter Horst Skodlerrak, Annemarie Ewertsen und Leonore Vespermann. Zudem sind unter anderem Werke von Künstlern wie Ernst Günter Hansing, Siegward Sprotte, Jan Koblasa, Ilse Willers oder Albert Christoph Reck zu sehen.

Nicht immer ist in der Ausstellung das Werk an sich zu sehen. Manche hängen auch verkehrt herum an der Wand. Denn manchmal erzähle die Rückseite die spannendere Geschichte, sagt Fuhr. Etwa weil dort die Widmung der Baufirma zu finden ist, die der Landesvertretung als Dank für einen Auftrag ein Bild geschenkt hat.

Bilder als Zeitzeugen

Durch die jahrzehntelange Lagerung im Keller seien viele Bilder in einem schlechten Zustand gewesen, sagt Fuhr. "Es gab dicke Schichten an Staub und Dreck. Zum Teil waren beim Transport die Rahmen kaputtgegangen und die empfindlichen Werke auf Papier waren dann in Rahmen ohne Glas." Nicht alle jetzt zu sehenden Bilder sind schon restauriert.

Einige Ölgemälde sind nicht von Transport und Lagerung, sondern bereits während der Nutzung der Landesvertretung in Mitleidenschaft gezogen worden. Etwa, weil damals noch geraucht wurde. "Die haben zum Teil auch eine dicke Nikotinschicht drauf", sagt Fuhr und zeigt auf gelblich-braune Wolken auf einem Gemälde, die früher vermutlich weiß gewesen sind. "Das sind Zeitzeugen, diese Bilder."

Nach dieser Ausstellung wird die Sammlung der Landesvertretung als Schenkung in Flensburg bleiben, damit die Bilder dauerhaft bewahrt und öffentlich zugänglich bleiben.

Quelle: dpa

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