Hamburg & Schleswig-HolsteinWasserversorger im Norden bleiben gelassen

Neue Anlagen, stabile Versorgung: Wasserwerke in Schleswig-Holstein investieren kontinuierlich, um auch bei möglicherweise steigendem Bedarf sicher zu bleiben.
Reinbek (dpa/lno) - Kommt bei sommerlicher Hitze und Trockenheit die Wasserversorgung an ihre Grenzen? In Schleswig-Holstein ist das nach Überzeugung der im Verband der Norddeutschen Energie- und Wasserwirtschaft (VNEW) zusammengeschlossenen Unternehmen nicht der Fall. Nach aktueller Einschätzung der Mitgliedsunternehmen zeichnen sich für die kommenden Jahre keine Regionen mit absehbaren Versorgungsengpässen ab, teilte VNEW-Geschäftsführer Roman Kaak mit.
Grundwasser bleibe in Schleswig-Holstein grundsätzlich ausreichend verfügbar. Der Klimawandel verändert nach Kaaks Angaben allerdings die Rahmenbedingungen: "Steigende Meeresspiegel, häufigere Starkregenereignisse, längere Dürreperioden und zunehmende Versalzung der Böden setzen die Ressource regional unter Druck."
Wasserversorger mit neuen Ansätzen zur Trinkwassereinsparung
Darauf reagierten einzelne Wasserverbände bereits mit neuen Ansätzen. In Westholstein etwa entstehe derzeit eine Anlage, die Brauchwasser aus Abwasser und Oberflächenwasser für Industrie und Gewerbe gewinne und so Grund- und Trinkwasser einsparen solle. Das gelte auch mit Blick auf den steigenden Bedarf durch geplante Wasserstoffprojekte. Die erste Anlage solle Ende 2030 in Betrieb gehen, das Investitionsvolumen liege bei rund 30 Millionen Euro.
Grundsätzlich gebe es bei den Wasserwerken in Schleswig-Holstein keinen Investitionsstau. Es werde kontinuierlich in die Erneuerung der Anlagen investiert. Viele Wasserwerke erreichten nach 50 bis 60 Jahren Betrieb das Ende ihrer technischen Nutzungsdauer. Zudem sei in einzelnen Gebieten der Wasserbedarf gestiegen, so Kaak. Finanziert werden die Investitionen über den Wasserpreis, der einer behördlichen Gebührenordnung unterliege.
Robuste Technik soll Versorgungssicherheit garantieren
Der Geschäftsführer betonte, dass die Anlagentechnik in den Wasserwerken als robust und wenig störanfällig gelte. "Es besteht hier eine hohe Ausfallsicherheit, unter anderem durch redundante technische Systeme." Leitungsverluste spielen für die Versorgungssicherheit in Schleswig-Holstein derzeit keine wesentliche Rolle, betonte er.
Nach Zahlen des Statistikamts Nord ist der Wasserverbrauch in Schleswig-Holstein leicht zurückgegangen. 2022 wurden rund 178,1 Millionen Kubikmeter an Letztverbrauchende abgegeben. 2001 lag die Menge noch bei etwa 182,4 Millionen Kubikmeter.