Hessen55 Hektar Wald in Flammen - Kampf gegen Glutnester

Tausende Quadratmeter Mischwald sind in der Nähe von Rodenbach in Brand geraten. Inzwischen ist das Feuer unter Kontrolle. Die Einsatzkräfte kämpfen aber noch gegen Glutnester. War es Brandstiftung?
Rodenbach/Bad Schwalbach (dpa/lhe) - Der Großbrand nahe Rodenbach hat auf einer Waldfläche von rund 55 Hektar gewütet. Nachdem das Feuer bereits am Vortag unter Kontrolle gebracht werden konnte, stehe nun für die Feuerwehr die Bekämpfung von Glutnestern an, sagte ein Sprecher des Main-Kinzig-Kreises. Über Nacht seien permanent drei Löschzüge in dem betroffenen Waldgebiet zwischen Ober- und Niederrodenbach vor Ort gewesen. Die Nachlöscharbeiten im Tagesverlauf dürften noch einige Zeit in Anspruch nehmen.
Am Montag waren gleich an mehreren Stellen in dem Waldstück Feuer ausgebrochen. Verletzt wurde niemand. Bei den Löscharbeiten war neben mehreren Hubschraubern auch ein Löschflugzeug im Einsatz.
Versorger rief wegen Löscharbeiten zum Wassersparen auf
Wegen des hohen Wasserbedarfs für den Einsatz hatte am späten Abend der Wasserversorger im Main-Kinzig-Kreis die Bevölkerung zum Wassersparen aufgerufen. Die Wasserreserven würden für die Brandbekämpfung benötigt, hieß es in einer Warnmeldung des Landkreises am Abend. Sie richtete sich an Bewohner von Freigericht, Bruchköbel, Langenselbold und Umland. "Bitte verzichten Sie möglichst auf Duschen, Baden, das Bewässern von Gärten sowie wasserintensive Tätigkeiten", hieß es. Der Verbrauch solle auf "das absolut Notwendigste" reduziert werden.
Grund für die Situation sei zum einen die große Ausdehnung des Brandes und damit verbunden der hohe Wasserbedarf gewesen, aber auch die angespannte Versorgungslage angesichts der wochenlangen Trockenheit in der Region, sagte der Landkreis-Sprecher. Mittlerweile laufe zwar wieder mehr Wasser in die Hochbehälter, als abgezapft werde, dennoch werde die Warnung vorläufig aufrechterhalten.
Gewarnt wurde nach dem Brand auch vor der Gefahr durch stark geschädigte oder hohl gebrannte Bäume und Äste, die unvermittelt umstürzen können.
Brandstiftung nicht ausgeschlossen
Die Polizei hat Brandstiftung als Ursache für die Feuer nicht ausgeschlossen, nach ihren Angaben war zunächst unklar, ob die einzelnen Brandstellen in einem Zusammenhang stehen. Zeugen wurden gebeten, sich bei der Hanauer Kriminalpolizei zu melden. Im Tagesverlauf solle sich auch eine Reiterstaffel der Polizei ein Bild von der Lage vor Ort machen und den Einsatz in dem Waldgebiet unterstützen, sagte ein Polizeisprecher.
Vorübergehend war Ferienhaussiedlung in Gefahr
Die Menschen waren aufgefordert worden, das betroffene Gebiet möglichst zu meiden, Fenster und Türen zu schließen sowie Lüftungen und Klimaanlagen abzuschalten. Zudem sollten die Zugangswege zu der Brandstelle freigehalten werden.
Das Feuer hatte sich zunächst auch in Richtung einer im Wald gelegenen Ferienhaussiedlung ausgebreitet, die jedoch nach Polizeiangaben dank des schnellen Eingreifens der Feuerwehr nicht von den Flammen betroffen war.
Drei Feuerwehrleute bei Waldbrand im Taunus leicht verletzt
Auch im Rheingau-Taunus-Kreis gab es einen Waldbrand. Hier hatten zwischen Hohenstein-Breithardt, Born und Bad Schwalbach-Adolfseck rund 8.000 Quadratmeter Wald in Flammen gestanden. Laut Brand- und Katastrophenschutz kam es zu einem Großeinsatz, bei dem drei Feuerwehrleute leicht verletzt wurden. "Dank des schnellen und koordinierten Eingreifens von rund 300 Einsatzkräften konnte eine weitere Ausbreitung verhindert und der Brand unter Kontrolle gebracht werden", teilten die Behörde über Facebook mit.