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HessenDie neuen Lilien sollen in Ruhe reifen können

06.08.2026, 12:03 Uhr
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(Foto: Soeren Stache/dpa)

Zweitligist SV Darmstadt 98 hat im Sommer einen großen Umbruch erlebt. Sportchef Paul Fernie verbucht die vielen Veränderungen als Erfolg und Teil eines großen Businessplans.

Darmstadt (dpa/lhe) - Ein konkretes Saisonziel ließ sich Florian Kohfeldt vor dem Start in die neue Zweitligasaison nicht entlocken. Doch eines steht bei dem Trainer von Darmstadt 98 ganz oben auf der Agenda: "Ich hoffe, dass wir mitreißend spielen können." Am liebsten schon an diesem Samstag (13.00 Uhr/Sky), wenn die Hessen vor heimischer Kulisse Holstein Kiel empfangen.

Druck gibt es aber keinen. Nach dem großen Umbruch im Sommer mit einer jeweils zweistelligen Zahl an Ab- und Zugängen müsse man den neuen Spielern Zeit geben, sich zu integrieren und die Abläufe zu automatisieren, sagt Sport-Geschäftsführer Paul Fernie. "Erfolg sieht für mich so aus, dass die Mannschaft sich schnell einspielt und konstant punktet." In den ersten Wochen benötige man dafür "auch ein bisschen Glück".

Die vielen Veränderungen im Kader kamen nicht unerwartet. "Der Umbruch ist geboren aus unserem Erfolg, was Spielerentwicklung, was Spielerverkäufe betrifft", sagt Fernie. Von seinem ersten Arbeitstag im April 2024 an sei das der Businessplan der Lilien gewesen: Spieler mit Potenzial zu engagieren, sie individuell weiterzuentwickeln und dann ertragreich abzugeben, um Geld zu verdienen und Platz zu machen für neues Personal.

Top-Trio ist kaum zu ersetzen

In sportlicher Hinsicht schmerzt besonders der Abgang der Topstürmer und Unterschiedsspieler Fraser Hornby (VfL Wolfsburg), Isac Lidberg (Borussia Mönchengladbach) und Killian Corredor (FC Nantes), die in der abgelaufenen Saison allein für 33 Ligatore sorgten. Oder wie es Kohfeldt ausdrückte: "Die haben zusammen 50 Scorer-Punkte gemacht. Die fehlen erst einmal." Kleiner Trost: Der Verkauf des Trios spülte den Darmstädtern eine Rekordsumme in die Kasse.

Das Geld investiert der Verein nicht allein in neue Spieler, sondern auch in weitere Expertise und Infrastruktur. "Da müssen wir langfristig, da müssen wir nachhaltig denken", sagt Fernie. Bei der Auswahl des neuen Kaders habe man auf die Breite gesetzt, nicht nur um "einen gesunden Konkurrenzkampf" zu schüren. "Man braucht in gewissen Momenten der Saison den gesamten Kader und nicht nur eine erste Elf", spricht Fernie aus Erfahrung.

Neues Team soll wachsen

Die Integration der Neuen vergleicht er mit einer "Einschulung". Nicht nur auf dem Platz gelte es, die Stärken und Schwächen der Spieler zu erkennen, sondern man müsse sie ganzheitlich, nicht nur als Athleten, sondern auch als Menschen begreifen.

"Ich bin ein Riesenfan davon zu gucken, was tut jemandem gut, was braucht er, um Informationen nicht nur zu hören, sondern auch, um sie zu verstehen und umzusetzen." Um die Individuen zu einem Team zusammenzuschweißen, sei das Trainingslager im bayerischen Bad Wörishofen gut gewesen.

Bei Tischtennis, Darts oder Kartenspielen verbrachten die Spieler auch neben dem Rasen den ganzen Tag zusammen. Bei einem Mannschaftsabend sei es wohl in erster Linie darum gegangen, "saufen zu gehen". Aber auch das sei wichtig, damit die Spieler zu einer Einheit zusammenwachsen.

Obwohl Fernie so kurz vor dem Start nicht über Platzierungen oder Punkte sprechen will - als "Wundertüte" sieht er die Darmstädter nicht. "Ich habe viel mehr Informationen als die Leute von außen", sagt er. "Wir haben Spieler mit Überzeugung verpflichtet, von denen wir wissen, welche Fähigkeiten sie mitbringen." Spieler, die auch bereit seien, dorthin zu gehen, wo es wehtut. Sie müssen nur als Team zusammen funktionieren. Kohfeldt freut sich auf diese Aufgabe: "Es ist für mich sehr spannend, eine neue Gruppe zu haben."

Quelle: dpa

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