HessenHessen rüstet bei der Spionageabwehr auf

Innenminister Poseck sieht Hessen wegen seiner zentralen Lage und Wirtschaftskraft als potenzielles Spionageziel. Eine neue Abteilung beim Verfassungsschutz soll für besseren Schutz sorgen.
Wiesbaden (dpa/lhe) - Mit Blick auf wachsende Bedrohungen aus dem Ausland stellt sich Hessens Verfassungsschutz mit einer eigenen Spionageeinheit neu auf. Hessen sei ein potenzielles Angriffsziel für Spionage, Sabotage oder Cyberattacken, bekräftigte Innenminister Roman Poseck (CDU) in Wiesbaden. Das liege an seiner zentralen Lage und der wirtschaftlichen Stärke. Der Flughafen und der Internetknotenpunkt in Frankfurt sowie militärische Liegenschaften machten das Land für ausländische Nachrichtendienste interessant.
Das hybride Anschlagsszenario mit einer Sprengstoff-Drohne diese Woche am Flughafen in Leipzig zeige deutlich, wie angespannt unsere Sicherheitslage sei, bekräftigte Poseck - fügte jedoch auch hinzu, dass es im Moment keine Hinweise auf eine akute Bedrohungssituation am Frankfurter Flughafen gebe.
Neue LfV-Struktur soll Entscheidungen beschleunigen
Beim hessischen Landesamt für Verfassungsschutz (LfV) soll künftig eine eigene Abteilung für Spionageabwehr, eine Abteilung Operative Aufklärung sowie eine Kompetenzstelle Wirtschafts-, Wissenschafts- und Behördenschutz für mehr Schutz sorgen. LfV-Präsident Bernd Neumann erhofft sich davon nach eigenen Worten kürzere Abstimmungsprozesse und schnellere Entscheidungen. Im Zuge der Umorganisation würden gezielt neue Mitarbeiter eingestellt. Ein weiterer Aufwuchs der aktuell knapp 390 Stellen am LfV sei derzeit wegen der angespannten Haushaltslage nicht geplant, sagte Poseck.