ThüringenPolitisch motivierte Gewalt: 16 Angriffe auf Polizisten

Von Gasdruckpistole bis zum Ponytritt – In Thüringen sind im vergangenen Jahr 172 Polizisten im Einsatz verletzt worden. Doch nicht alle Verletzungen sind auf Angriffe zurückzuführen.
Erfurt (dpa/th) - In Thüringen sind im vergangenen Jahr 16 politisch motivierte Gewaltdelikte gegen Polizeibeamte verzeichnet worden. Davon wurden sieben Fälle dem linken und drei dem rechten Spektrum zugeordnet, wie aus einer Antwort des Innenministeriums auf eine Anfrage des innenpolitischen Sprechers der Linke-Landtagsfraktion, Ronald Hande, hervorgeht. Sechs Fälle entfielen auf die Kategorie "sonstige Zuordnung". Bei den Delikten handelte es sich demnach zumeist um Widerstand gegen Vollstreckungsbeamte und gefährliche Körperverletzung.
Insgesamt wurden im Einsatz im vergangenen Jahr den Angaben zufolge 172 Polizeibeamte verletzt. Damit bewegt sich die Zahl auf einem ähnlichen Niveau wie im Jahr 2024, als 167 Beamte verletzt wurden. "Jeder tätliche Angriff auf Einsatzkräfte ist inakzeptabel", erklärte Hande dazu. Darunter seien auch besonders perfide Attacken wie mehrfache Tritte ins Gesicht oder der Schuss mit einer Gasdruckpistole ins Gesicht eines Polizisten gewesen.
Verletzungen nicht durch Angriffe
Eine Reihe der gemeldeten Verletzungen sei aber offensichtlich nicht durch Angriffshandlungen entstanden, sondern etwa durch Verkehrsunfälle, Stürze oder durch den Kontakt mit Tieren, so Hande. In der Aufstellung des Innenministeriums wurden unter anderem der Tritt eines Ponys gegen den Fuß eines Polizisten, Splitter nach der Explosion eines Lkw-Reifens bei einem Löscheinsatz, Rauchgasvergiftungen während Evakuierungsmaßnahmen, eine Schnittverletzung beim Einschlagen einer Autoscheibe sowie ein Sturz bei einer Verfolgung als Fälle mit Fremdverschulden aufgeführt.
Daher sei ein differenzierter Blick auf die Verletzungsursachen wichtig, erklärte Hande. Laut dem Innenministerium wurden im vergangenen Jahr 128 Dienstunfälle anerkannt, elf Entscheidungen stehen noch aus und 33 wurden abgelehnt. Insgesamt wurden im vergangenen Jahr 1.274 Straftaten gegen Polizeivollzugsbeamte registriert. In mehr als 85 Prozent der Fälle wurden die Beamten nicht verletzt.