Regionalnachrichten

HessenEichenprozessionsspinner: Befall nimmt in Hessen deutlich zu

10.08.2026, 03:32 Uhr
Hessen-Forst-verzichtet-auf-Bekaempfung-des-Eichenprozessionsspinners-im-Wald-und-setzt-auf-Monitoring

Der Eichenprozessionsspinner breitet sich in Hessens Wäldern weiter aus. Betroffen sind nun auch Regionen, die bisher kaum Vorkommen hatten. Auch Kommunen melden stärkeren Befall.

Kassel/Gießen/Frankfurt (dpa/lhe) - Der Eichenprozessionsspinner hat sich in Hessens Wäldern weiter ausgebreitet. Die insgesamt hohen Temperaturen in diesem Jahr hätten die Entwicklung des Insekts in Hessens Staatsforst begünstigt, erklärte ein Sprecher des Landesbetriebs Hessen Forst. Der Verbreitungsschwerpunkt des Eichenprozessionsspinners in den warmen Regionen in Süd- und Mittelhessen habe sich so ausgeweitet.

"Zudem tritt er dieses Jahr auch in Bereichen auf, die bislang keine nennenswerten Vorkommen des Eichenprozessionsspinners zu verzeichnen hatten, beispielsweise in Nordhessen", erklärte er. Aufgrund der fortschreitenden Klimaerwärmung sei mittel- bis langfristig eine weitere Ausbreitung in bislang weniger betroffene nördlichere Landesteile zu erwarten.

Keine Bekämpfung im Wald

Bekämpfungsmaßnahmen gegen den Eichenprozessionsspinner im Staatswald nimmt Hessen Forst dem Sprecher zufolge nicht vor. Er komme natürlicherweise im Wald vor und sei aus forstbetrieblicher Sicht aktuell kein wesentlicher Waldschädling. Die Population schwanke zudem stark mit der Witterung. Auch könne der Blattfraß an Eichen in der derzeitigen Befallsstärke von den Bäumen in der Regel ausgeglichen werden. Statt auf Pflanzenschutzmittel setze der Landesbetrieb auf Monitoring, Schutzkleidung für Beschäftigte und organisatorische Maßnahmen wie das zeitweise Meiden belasteter Bereiche.

Auch Hessens Kommunen berichten von einer deutlichen Zunahme des Eichenprozessionsspinners. In Gießen etwa sei die Population in diesem Jahr "extrem explodiert", sagte eine Sprecherin der Stadt. Auch Kassel, Fulda und Wiesbaden verzeichnen einen deutlich stärkeren Befall.

Quelle: dpa

Regionales