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Hessen Evangelische Bank wandelt sich: Digitaler Klingelbeutel

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Kassel (dpa/lhe) - Nach Tests ist der im Auftrag der Evangelischen Kirche entwickelte digitale Klingelbeutel technisch ausgereift. "Das System funktioniert, es gibt ein gutes Dutzend Prototypen", sagte ein Sprecher der Evangelischen Bank (EB) am Dienstag in Kassel. Das kirchliche Kreditinstitut ist an dem Projekt beteiligt.

Es gehe nun darum, wie man die Technik in die Fläche bringe und Berührungsängste potenzieller Nutzer abbaue. Landeskirchen hätte bereits Interesse am Einsatz gezeigt. Der Klingelbeutel ermöglicht weiterhin die Kollekte in Form von Bargeld. Alternativ ist durch Auflegen einer Giro- oder Kreditkarte eine Spende von 1 bis 25 Euro möglich. "Die Kirchengemeinden haben Probleme, Bargeld loszuwerden", erklärte Thomas Katzenmayer, Vorstandschef der Bank, die Initiative.

Die Bank treibt auch intern die Digitalisierung voran. An ihren 13 Standorten bundesweit wird es keinen Bedienservice für die 72 000 Privatkunden mehr geben. Sie werden über eine Direktbank betreut. Auch im neuen Hauptsitz in Kassel, der gerade gebaut wird, ist kein klassischer Schalterbereich vorgesehen. Aufgeben will das kirchliche Kreditinstitut seine Standorte aber nicht. Dort soll vor allem das Geschäft mit den 19 000 institutionellen Kunden wie Kirchen laufen.

Das vergangene Geschäftsjahr bezeichnete Katzenmayer als zufriedenstellend. Das Hauptgeschäft, die Kreditvergabe an Kirche und Sozialwirtschaft, wächst. Der Jahresüberschuss erhöhte sich auf 10,3 (Vorjahr: 10,1) Millionen Euro. Die Bank ist seit Jahren im Umbruch. Bis 2021 soll die Mitarbeiterzahl von aktuell 440 auf 400 sinken.

Mitteilung Evangelische Bank zum Geschäftsjahr 2018

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