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HessenFraport will Ernte aus Großprojekten einfahren

17.03.2026, 12:24 Uhr
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Beim Flughafenbetreiber Fraport sinkt der Gewinn. Doch auf mehrere Jahre hat das Unternehmen gute Aussichten auf steigende Einnahmen. Die nächste Investition ist noch etwas entfernt.

Frankfurt/Main (dpa/lhe) - Nach dem Abschluss großer Bauprojekte will der Frankfurter Flughafenbetreiber Fraport in den kommenden Jahren die Ernte einfahren. Mit Fertigstellung des neuen, rund 4 Milliarden Euro teuren Passagierterminals 3 in Frankfurt steigen im laufenden Geschäftsjahr aber zunächst die Abschreibungen und Zinsaufwendungen, wie das Unternehmen mitteilte.

In der Folge soll das Konzernergebnis im laufenden Geschäftsjahr weiter sinken auf einen Betrag zwischen 300 und 400 Millionen Euro nach 468 Millionen Euro im Jahr 2025. Hier hatte es bereits einen ähnlichen Effekt gegeben, nachdem ein neues Terminal in der peruanischen Hauptstadt Lima eröffnet worden war. 2024 standen unter dem Strich noch 502 Millionen Euro Gewinn.

Operativer Gewinn und Cash Flow steigen

Operativ sieht Vorstandschef Stefan Schulte den MDax-Konzern aber voll auf Kurs. In den folgenden Jahren sollen die Gewinne steigen, die Schulden schneller abgebaut und auch die Aktionäre am Erfolg beteiligt werden. Bereits 2025 sorgten zusätzliche Bodenverkehrsaufträge, mehr Passagiere und Preiseffekte für einen Umsatzanstieg um 8,2 Prozent auf 4,21 Milliarden Euro. Der operative Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) kletterte um 10,4 Prozent auf 1,44 Milliarden Euro. Für das neue Jahr peilt Fraport bis zu 1,5 Milliarden Euro an.

Wegen der auslaufenden Großinvestitionen erwirtschaftete das Unternehmen im vergangenen Jahr erstmals seit 2018 wieder einen positiven Free Cash Flow, der aus dem Negativbereich um 700 Millionen auf 24,4 Millionen Euro stieg. "Damit gewinnen wir zukünftig mehr Spielräume für den Schuldenabbau und Dividendenzahlungen an unsere Aktionärinnen und Aktionäre", erklärte Schulte bei der Bilanzvorlage.

Erste Dividende seit 2018 vorgeschlagen

Für die Anteilseigner hat der Vorstand eine Dividende von 1 Euro pro Aktie vorgeschlagen. Zuletzt hatte das Unternehmen für das Jahr 2018 pro Anteil 2 Euro ausgeschüttet. Mehrheitlich ist es in der Hand des Landes Hessen und der Stadt Frankfurt.

Deutschlands größter Flughafen erwartet 2026 immer noch weniger Fluggäste als vor der Corona-Krise. Nach rund 63,2 Millionen Passagieren im vergangenen Jahr dürfte die Zahl im laufenden Jahr auf 65 Millionen bis 66 Millionen steigen. Das Rekordaufkommen von rund 70,6 Millionen Passagieren aus dem Jahr 2019 werde aus heutiger Sicht im Jahr 2028 erreicht, sagte Schulte.

Weniger Passagiere wegen Iran-Krieg

Noch keine Auswirkungen auf Fraports Passagier-Prognose hat der Iran-Krieg. Aktuell sehe man einen Passagier-Rückgang um etwa 1 Prozent, sagte Schulte. Nur etwa ein Drittel der üblichen Flüge in die Region finde derzeit statt. Es sei aber noch zu früh, langfristige Auswirkungen einzuschätzen.

Bei den internationalen Beteiligungen ist das Geschäft nach der Pandemie schneller wieder angelaufen. Auf Konzernebene wurden 184 Millionen Fluggäste gezählt und damit das Vorkrisen-Niveau erstmals leicht um 1 Prozent übertroffen. Für 2026 erwartet Fraport auf allen Flughäfen zusammen zwischen 188 und 195 Millionen Passagiere.

Terminal 3 vor dem Start

Am Standort Frankfurt sollen die ersten Flüge vom neuen Terminal 3 am 23. April abheben. Hier ziehen zunächst Fluggesellschaften aus dem arabischen Raum und aus Asien ein. Im Sommer 2027 verlegt dann auch die zweitgrößte deutsche Fluggesellschaft Condor ihr Drehkreuz in das neue Gebäude. Das wiederum schafft Platz im Terminal 1, das künftig Lufthansa und ihren Partnern aus der Star Alliance vorbehalten bleibt.

Die Planungsaufträge zur Sanierung des zum Sommer frei werdenden Terminals 2 seien gerade vergeben, erklärte Fraport-Chef Schulte. Auch hier soll der Hauptkunde Lufthansa mit seinen Allianz-Partnern zusätzlichen Platz finden. Ein Joint Venture mit der Lufthansa nach Münchener Modell werde aber nicht angestrebt. Mit einer neuerlichen Inbetriebnahme sei in etwa in den Jahren 2034 oder 2035 zu rechnen. Fraport wolle das Projekt je nach Nachfrageentwicklung flexibel steuern.

Quelle: dpa

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