HessenHessen setzt auf Warnapps und Leuchttürme im Krisenfall

Sirenen, Warnapps, lokale Infopunkte: Wie Bürgerinnen und Bürger in Hessen im Ernstfall informiert werden – und was jeder über die eigenen Anlaufstellen wissen sollte.
Wiesbaden (dpa/lhe) - Im Krisenfall zählt schnelle Information. Dazu werden Bürgerinnen und Bürger in Hessen je nach Situation auf unterschiedlichen Kanälen informiert. Neben den klassischen Informationskanälen wie Radio und Fernsehen, könne mit der Warnapp "hessenWARN" gebietsscharf informiert werden, erklärte das hessische Innenministerium. Der Bund betreibe insbesondere für den Zivilschutzfall die Warnapp "NINA".
Vorwiegend zum Weckeffekt können dem Ministerium zufolge Sirenen genutzt werden, um die Bevölkerung auf besondere Gefahrenlagen aufmerksam zu machen. "In Krisensituationen schalten die örtlichen Behörden Krisentelefone und bieten entsprechende Anlaufstellen vor Ort an, wo sich Bürger hinwenden können". Sollte es erforderlich sein, werde die Bevölkerung über Lautsprecherdurchsagen informiert. "Meist sind auch Krisenseiten im Internet vorbereitet, die im Akutfalle aktiv geschaltet werden."
Leuchtturm: Örtliche Anlaufstellen bieten Informationen
Vor allem bei Stromausfällen wird dem Ministerium zufolge das Konzept der örtlichen Anlaufstellen angewandt, das häufig unter dem Schlagwort "Leuchtturm" bekannt ist. "Dabei werden die Feuerwehrhäuser, die Rathäuser und ähnliche Liegenschaften besetzt und dienen als Kommunikationsplattform."
Dort könnten Bürger Informationen von den Behörden erhalten und umgekehrt auch Informationen zur Lage mitteilen sowie Hilfe rufen, wenn dies beispielsweise aufgrund ausgefallener Telefonnetze anders nicht möglich ist. Für das Land Hessen werde gerade eine entsprechende Rahmenempfehlung erarbeitet, um die bisherigen Anlaufstellen weiter zu optimieren.
Bürger sollten sich vorab informieren
"Bürger sind im Rahmen ihrer persönlichen Notfallvorsorge aufgerufen, sich über die Informationsmöglichkeiten in einer Krise vor Ort zu informieren", erklärte das Ministerium überdies. "Das heißt, ich muss wissen, wo im Falle eines Falles meine Anlaufpunkte sind, insbesondere weil es auch sein kann, dass ich mich in der Krise darüber nicht mehr informieren kann."
Wichtig sei auch, sich mit der Glaubwürdigkeit der Quellen auseinanderzusetzen und sicherstellen, dass insbesondere behördliche Informationen empfangen werden können. "In der Krise selbst sollten Bürger Informationen an Nachbarn und Freunde weitertragen, von denen man weiß, dass sie gegebenenfalls von Informationskanälen abgeschnitten sein könnten."