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HessenMehr als 10.000 Tempoverstöße bei Kontrollen in Hessen

16.04.2026, 17:16 Uhr
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(Foto: Christian Lademann/dpa)

Trotz angekündigter Kontrollen sind beim "Speedmarathon" viele Temposünder in Hessen geblitzt worden. Kontrollen bleiben deshalb wichtig, sagt Innenminister Poseck (CDU).

Gießen (dpa/lhe) - Tausende Autofahrer sind bei den verstärkten Tempokontrollen in Hessen zu schnell unterwegs gewesen. Insgesamt seien beim sogenannten "Speedmarathon" am Mittwoch trotz vorheriger Veröffentlichung der über 230 Messstellen im gesamten Bundesland 10.248 Geschwindigkeitsverstöße festgestellt worden, teilte das Polizeipräsidium Gießen mit. Aus Sicht von Hessens Innenminister Roman Poseck (CDU) zeigt dies, dass neben Prävention und Aufklärung auch künftig verstärkte Kontrollen für Sicherheit im Straßenverkehr nötig sind.

An der länderübergreifenden Aktion von Roadpol, dem europäischen Netzwerk der Verkehrspolizeien, hatten sich hessenweit 570 Polizeibeamtinnen und -beamte sowie Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Kommunen beteiligt. Insgesamt wurden 352.004 Fahrzeuge gemessen - somit ergab sich eine Beanstandungsquote von 2,9 Prozent.

Fahrverbote in über 100 Fällen

Auf 103 Fahrerinnen und Fahrer, die zu schnell unterwegs waren, komme nun ein Fahrverbot zu. In 39 Fällen wurden Strafverfahren eingeleitet, in 44 Fällen kam es zu Blutentnahmen.

So muss sich ein Raser in Wiesbaden auf ein Strafverfahren einstellen, der nachmittags im Bereich einer Schule in der Stegerwaldstraße mit gemessenen 70 Stundenkilometern - die Toleranz bereits abgezogen - in einer 30er-Zone viel zu schnell unterwegs war. An seinem Fahrzeug seien zudem Kennzeichen eines anderen Autos angebracht gewesen und es hätten sich Hinweise ergeben, dass er unter Drogeneinfluss am Steuer saß. "Fast hätte er den Anhalteposten der Polizei übersehen, der ihn aus dem Verkehr zog. Seine Fahrt war beendet", erklärte die Polizei. Der Mann musste mit zur Dienststelle und wurde nach einer Blutentnahme und polizeilichen Maßnahmen wieder entlassen.

Fahrverbote, Punkte und Bußgelder für Temposünder

In Frankfurt stoppten Beamte einen Lamborghini, dessen Fahrer - mit abgezogener Toleranz - auf der Hanauer Landstraße mit 88 Stundenkilometern statt der erlaubten 50 Stundenkilometer unterwegs war. "Neben zwei Punkten und 260 Euro Bußgeld muss der Mann nun auch einen Monat lang zu Fuß gehen", erklärte die Polizei.

In Kassel wurde ein Auto nahe einer Schule mit 61 Kilometern pro Stunde geblitzt, das damit gut doppelt so schnell wie erlaubt unterwegs war. Auch in diesem Fall ist die Toleranz bereits abgezogen.

Nahe Herborn raste ein Motorradfahrer mit 101 Studenkilometern durch eine Baustelle auf der Bundesstraße 255 - erlaubt sei dort Tempo 50. Auch er erhielt ein einmonatiges Fahrverbot, zudem kommen Punkte sowie ein Bußgeld auf ihn zu.

Minister: Raser müssen aus Verkehr gezogen werden

Viele Bürgerinnen und Bürger hätten bei den Kontrollen vor Ort Verständnis und Einsicht, erklärte Minister Poseck. "Zugleich macht die Aktion deutlich, dass weiterhin Personen unterwegs sind, die rücksichtslos rasen und konsequent aus dem Verkehr gezogen werden müssen." Gegen uneinsichtige Verkehrsteilnehmerinnen und Verkehrsteilnehmer brauche es klare und spürbare Konsequenzen.

Quelle: dpa

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