HessenMinister Mansoori rechnet mit Bau der "Wallauer Spange"

Trotz eines abgelehnten Antrags sieht Verkehrsminister Mansoori das Bahnprojekt "Wallauer Spange" nicht auf der Kippe. Am Donnerstag werden die Pläne für die vier Kilometer Schiene Thema im Plenum.
Wiesbaden (dpa/lhe) - Hessens Verkehrsminister Kaweh Mansoori (SPD) rechnet nach eigenen Worten nach wie vor mit dem Bau des Bahnvorhabens "Wallauer Spange" zwischen Wiesbaden und dem Frankfurter Flughafen. "Dieses Projekt ist nicht auf der Kippe, weder für die Landesregierung, noch für den Bund, noch als Maßnahme des vordringlichen Bedarfs für den Bundesschienenwege-Ausbauplan", erklärte er auf Anfrage in Wiesbaden. Die DB InfraGO AG habe zugesagt, das Verfahren schnellstmöglich, also im März 2026 neu einzuleiten, bekräftigt der Minister. Die "Wallauer Spange" soll am Donnerstag Thema im Landtagsplenum werden.
Minister: Land steht zu dem Vorhaben
"Der verkehrliche Nutzen bleibt unbestritten, und das Land steht zu diesem Vorhaben", ergänzte Mansoori. Das Eisenbahnbundesamt habe den Antrag zurückverwiesen, weil im Verfahren offene grundstücks- und eigentumsrechtliche Fragen nicht geklärt werden konnten. "Das ist ein formaler Punkt, den die Bahn jetzt sauber nacharbeiten muss", ergänzte Mansoori. "Unser Ziel bleibt ein Baustart im kommenden Jahr."
Zu dem geplanten rund vier Kilometer lange Schienenstück hatte es in den zurückliegenden Wochen mehrere Hiobsbotschaften gegeben. Zunächst wurden mögliche Verzögerungen wegen Geldmangels bekannt, dann lehnte das Eisenbahnbundesamt den Planfeststellungsantrag der DB InfraGO AG aus formalen Gründen ab.
Grüne werfen Minister Untätigkeit vor
Auf Antrag der Grünen-Fraktion wird die "Wallauer Spange" im Plenum des Hessischen Landtags debattiert. Die Oppositionsvertreter sprechen von "Chaos" und werfen Mansoori Untätigkeit vor. Trotz der sich spätestens seit Oktober 2025 abzeichnenden Verzögerungen habe es keinerlei ersichtlichen Aktivitäten des Verkehrsministers gegeben, um der zügigen Realisierung Nachdruck zu verleihen, heißt es in dem Antrag. "Nur zuzusehen und auf andere zu verweisen, ist für ein derart zentrales Infrastrukturvorhaben entschieden zu wenig."