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HessenMitfahrmöglichkeiten sparen Tausende Kilometer und CO2

15.02.2026, 03:01 Uhr
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In zwei hessischen Städten werden bereits Mitfahr-Plattformen genutzt, um gemeinsam ans Ziel zu kommen – und dabei Kilometer sowie CO2 zu sparen. Wie kommt das Angebot an?

Marburg/Frankfurt/Gießen (dpa/lhe) - Gemeinsam zum Job, Studium oder zur Veranstaltung fahren, statt alleine das Auto zu nutzen - mehrere Städte in Hessen haben dafür Lösungen auf den Weg gebracht oder arbeiten daran. Sie wollen Mitfahrgelegenheiten fördern, um den Autoverkehr zu reduzieren, Fahrzeuge effizienter zu nutzen, CO2 einzusparen und den Autoverkehr besser mit Bussen und Bahnen zu vernetzen. Die Resonanz wird positiv gewertet.

Bereits rund 1.000 Nutzer in Marburg - plus "Dunkelziffer"

So setzt die Stadt Marburg seit knapp einem halben Jahr auf die App goFLUX und zeigt sich zufrieden. Die Mitfahr-App für die mittelhessische Stadt und den gesamten Landkreis Marburg-Biedenkopf etabliere sich, erklärte eine Stadtsprecherin auf Anfrage. "Es gibt einen kontinuierlichen Zuwachs an Nutzer*innen und eine beachtlich wachsende Anzahl an eingesparten Kilometern." Zum Stichtag 10. Februar waren laut Sprecherin 984 Nutzerinnen und Nutzer für Marburg und den Landkreis registriert.

Über die App waren zu diesem Zeitpunkt fast 400 gemeinsame Fahrten vereinbart und damit bereits gut 6.300 Kilometer eingespart worden. "Damit liegt die CO2-Ersparnis bei 787 Kilogramm", so die Sprecherin. "Es gibt aber eine höhere "Dunkelziffer"." Oftmals kämen zwei bis drei Personen über die App zu einer Fahrgemeinschaft zusammen – und organisierten diese dann privat weiter, statt die Fahrten immer über die App zu buchen.

Wichtiger Beitrag zur Reduzierung des Autoverkehrs

In Hessens größter Stadt Frankfurt entwickelt sich die dort Ende Oktober 2024 gestartete Mitfahrplattform nach Angaben eines Sprechers der Nahverkehrsgesellschaft traffiq "hervorragend". Sie biete einen "kleinen, wichtigen und ausbaufähigen Beitrag dazu, die Menge der Autos auf den Straßen von, nach und in Frankfurt zu reduzieren". Insgesamt habe es Stand Januar seit Beginn des Projektes, für das traffiq ebenfalls auf goFLUX setzt, mehr als 25.000 Mitfahrten in über 20.000 Fahrgemeinschaften gegeben. Mehr als 4.000 Nutzer seien registriert.

In den Belegschaften der beteiligten Firmen komme diese Option sehr gut an und werde stark nachgefragt. Die Zusammenarbeit mit den Bodenverkehrsdiensten der Fraport AG sowie dem Siemens Schaltanlagenwerk im Stadtteil Fechenheim solle zunächst bis zum Projektende Mitte 2027 fortgesetzt werden. Eine Kooperation mit der Commerzbank sei Ende vergangenen Jahres beendet worden, doch seien auch neue Kooperationen in Prüfung.

Auch Forschung für mehr Nutzer und Fahrten

Auch ein Förderprojekt in Kooperation mit der Fraport AG, der Hochschule Rhein-Main sowie der Hochschule Bielefeld und dem Anbieter goFLUX/Karos werde umgesetzt. Über die begleitende Forschung sollten Handlungsempfehlungen erarbeitet werden, um die Plattform zu verbessern, mehr Nutzer zu gewinnen und mehr Fahrten auf den Weg zu bringen. Ein Konzept zur Ausweitung des Projektes auf den kompletten Standort Flughafen Frankfurt sowie die Region Frankfurt Rhein-Main solle ebenfalls erarbeitet werden.

Gießen prüft ebenfalls Mitfahr-System

Überlegungen für ein Mitfahr-System gibt es auch in Gießen. Im Verkehrsentwicklungsplan sei vorgesehen, dass die Stadtverwaltung den Aufbau eines internetbasierten Mitfahrportals prüfen soll, erklärte eine Stadtsprecherin. Infrage komme auch eine interkommunale beziehungsweise regionale Lösung. Abstimmungsgespräche mit dem Landkreis Gießen, der Justus-Liebig-Universität sowie der Technischen Hochschule Mittelhessen hätten bereits stattgefunden.

Ziel sei, ein ausreichend großes Angebot an Fahrten sicherzustellen, da entsprechende Systeme nur bei ausreichender Nutzung ihre Wirkung entfalten könnten. Gespräche mit verschiedenen Anbietern sollten in diesem Jahr fortgeführt werden. In diesem Markt sind beispielsweise auch Pendla, Pendlerportal.de und mifaz.de aktiv, die teils auch mit Kommunen zusammenarbeiten.

Quelle: dpa

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