HessenWege aus Therapie-Stau für Kinder und Jugendliche gesucht

Trotz bundesweiter Vorgaben warten viele Kinder und Jugendliche in Hessen lange auf Therapieplätze. Jetzt werden Verbesserungsmöglichkeiten geprüft.
Wiesbaden (dpa/lhe) - In Hessen wird eine bessere psychotherapeutische Versorgung von Kindern und Jugendlichen angestrebt. Es gebe "eine Diskrepanz zwischen einer vermeintlich guten Versorgungslage nach den geltenden bundesrechtlichen Vorgaben und den tatsächlich verfügbaren Terminen und Behandlungszeiten in psychotherapeutischen Praxen", erklärte das Gesundheitsministerium auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur. Vor allem im ambulanten Bereich werde immer wieder von Wartezeiten berichtet.
Das gemeinsame Landesgremium aus Vertretern von Land, Kassenärztlicher Vereinigung, Krankenkassen und Krankenhäusern schaue sich das Thema daher sehr genau an. Aktuell sei man dabei, die Diskrepanz zu beleuchten und Ansätze für Verbesserungen zu ermitteln, hieß es.
Junge Menschen immer häufiger wegen Psyche in der Klinik
Das Ministerium verwies auch auf Angaben des Statistischen Landesamtes. Demnach waren psychische Erkrankungen und Verhaltensstörungen 2024 bei jungen Menschen der häufigste Grund für Aufenthalte in hessischen Krankenhäusern. Einer von fünf vollstationären Patienten im Alter von 15 bis 24 Jahren hatte diese Diagnose - mit einem Aufenthalt von durchschnittlich fast 27 Tagen, wie die Statistiker im Dezember mitgeteilt hatten.
Die Bedarfsplanung für Psychotherapeuten und die unterschiedlichen Ärztegruppen unterliegt unter anderem Bundesvorgaben zum Zahlenverhältnis zwischen Einwohnern und Ärzten in Landkreisen und Städten. Hinzu kommen Planungen auf Ebene der Landkreise und kreisfreien Städte. Auf Basis der Festlegungen beschließe der Landesausschuss der Ärzte und Krankenkassen in Hessen zweimal pro Jahr über den Versorgungsstand. Überdies gebe es bundesgesetzliche Vorgaben zur Verfügbarkeit und Wartezeit auf Termine bei Psychotherapeutinnen und -therapeuten, erläuterte das Ministerium.