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Mecklenburg-Vorpommern2025: Drei Angriffe auf Bedienstete im Justizvollzug

16.05.2026, 06:02 Uhr
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Beschäftigte im Justizvollzug in Mecklenburg-Vorpommern sind zuletzt wieder häufiger Opfer von Angriffen geworden. In einem weiteren Bereich sah die jüngste Entwicklung ähnlich aus.

Schwerin (dpa/mv) - Die Zahl der Angriffe auf Bedienstete im Justizvollzug Mecklenburg-Vorpommerns ist im vergangenen Jahr leicht gestiegen. 2025 wurden drei Angriffe gezählt, einer mehr als noch ein Jahr zuvor, wie das Justizministerium in Schwerin auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur mitteilte. In diesem Jahr kam es bislang zu einem Angriff.

"Unter tätlichen Angriffen von Gefangenen werden im Regelfall vorsätzliche vollendete oder versuchte Körperverletzungen oder Widerstand gegen Vollstreckungsbeamte verstanden. Bedrohungen oder Beleidigungen werden nicht als solche Angriffe erfasst", teilte ein Sprecher mit. In den vergangenen Jahren blieben Angriffe dieser Art Einzelfälle. Von 2020 bis 2023 waren es jährlich zwischen drei und zehn Angriffen.

Strafanzeige gegen Gefangene

"Dank des Kriseninterventionsteams, aber auch mit Unterstützung der Seelsorgerinnen und Seelsorger haben wir ein gutes System der Aufarbeitung", sagte Justizministerin Jacqueline Bernhardt (Linke).

Wegen der seltenen Zahl der Einzelfälle wird laut Ministerium keine Statistik geführt, wie häufig Betroffene nach Angriffen nicht dienstfähig sind. Verletzte Beschäftigte würden nach einem solchen Vorfall einem Arzt vorgestellt. Unmittelbar nach dem Vorkommnis würden gegen die Gefangenen oder Patienten regelmäßig besondere Sicherungsmaßnahmen angeordnet. Zudem werde Strafanzeige gegen die Gefangenen erstattet.

Im Justizvollzug arbeiten nach Ministeriumsangaben landesweit 680 Beschäftigte. In den vier Justizvollzugsanstalten im Nordosten in Neustrelitz, Waldeck, Bützow und Stralsund sind derzeit knapp 1.000 Menschen untergebracht.

Auch Angriffe im Maßregelvollzug

Auch Beschäftigte im Maßregelvollzug werden bei der Arbeit in seltenen Fällen angegriffen. In den Maßregelvollzug kommen Straftäter, wenn ein Gericht diese als psychisch auffällig oder suchtkrank einstuft. 2025 wurden laut zuständigem Sozialministerium elf Angriffe auf Mitarbeitende registriert. Zwischen 2020 und 2024 lag die Zahl jeweils zwischen fünf und zehn.

In den Einrichtungen des Maßregelvollzugs des Landes sind derzeit den Angaben zufolge rund 200 Patientinnen und Patienten untergebracht. Knapp 440 Menschen arbeiten dort.

Quelle: dpa

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