Mecklenburg-VorpommernBackhaus kündigt Bau von zwei Schlachthöfen in MV an

Vor allem die Schweinehalter im Nordosten warten dringend auf Möglichkeiten, ihre Tiere wieder ortsnah schlachten zu lassen.
Mühlengeez (dpa/mv) - Mecklenburg-Vorpommern bekommt nach Worten von Agrarminister Till Backhaus (SPD) zwei neue Schlachthöfe. Für einen kombinierten Schlachthof für Rinder, Schweine, Schafe und Wild werde noch in diesem Jahr ein Förderbescheid übergeben, sagte Backhaus auf der Landwirtschaftsmesse MeLa in Mühlengeez (Landkreis Rostock).
Schweinehalter haben ein Problem
Insbesondere die Schweinehalter im Bundesland warten dringend auf die Wiedererrichtung von Schlachtkapazitäten in Mecklenburg-Vorpommern. Aktuell können im Nordosten keine Schweine in nennenswertem Umfang geschlachtet werden.
Im Jahr 2019 hatte der Schlachthof in Teterow (Landkreis Rostock) die Schweineschlachtung eingestellt. Ende 2025 schloss dann auch der Schlachthof im brandenburgischen Perleberg nahe der Landesgrenze zu Mecklenburg. Damit verlängern und verteuern sich die Viehtransporte für die Mäster im Nordosten weiter. Auch unter Tierschutzaspekten gelten lange Wege für Schlachttiere als problematisch.
Mehr Geflügel
Für den 15. September kündigte Backhaus den Spatenstich für einen neuen Geflügel-Schlachthof im Nordosten an. Die Zahl des in Mecklenburg-Vorpommern gehaltenen Geflügels steige, sagte er.
Die Viehzucht ist ein wichtiges Thema für die Landwirtschaft. Als wirtschaftlich und auch für die Kreislaufwirtschaft sinnvoll gilt eine sogenannte Großvieheinheit je Hektar landwirtschaftlicher Nutzfläche. In Mecklenburg-Vorpommern liegt dieser Wert aktuell laut Agrarministerium bei 0,4. Eine Großvieheinheit entspricht etwa 500 Kilogramm Lebendgewicht, was einem ausgewachsenen Rind oder acht Schweinen entspricht.