Mecklenburg-VorpommernFestspielsommer endet – Besucherziel verfehlt

Vom Star-Dirigenten bis zu Gutshaus-Konzerten: Der Festspielsommer Mecklenburg-Vorpommern lockte 65.000 Musikfans. Wie Besucher das kulturelle Angebot beeinflussen und was das für die Zukunft heißt.
Wismar (dpa/mv) - Nach 13 Wochen und 120 Konzerten geht der Festspielsommer der Festspiele Mecklenburg-Vorpommern am Samstag zu Ende. Zum Abschluss tritt das NDR Elbphilharmonie Orchester mit der Geigerin Simone Lamsma in der Georgenkirche Wismar auf, wie die Festspiele mitteilten.
Musikalische Highlights
Das Klassik-Festival, das zu den größten seiner Art in Deutschland zählt, hatte am 13. Juni in Neubrandenburg begonnen. Rund 65.000 Besucher kamen zu den Konzerten in 90 Spielstätten - vom Schlosspark bis zur Dorfkirche. Zu den Höhepunkten zählten Auftritte von Dirigent Kent Nagano, Cellistin Anastasia Kobekina und Sänger Rolando Villazón.
Nach Angaben einer Festspiele-Sprecherin waren 58 Veranstaltungen ausverkauft. Allerdings verfehlte das Festival die zuvor ausgegebene Zielmarke von 70.000 verkauften Karten. "Einige Traditionsformate wurden weniger gut angenommen", nannte Intendantin Ursula Haselböck einen Grund.
Weniger Konzerte
Im Vergleich zum Vorjahr standen weniger Konzerte auf dem Programm. 2025 waren es 136 Veranstaltungen gewesen, in diesem Jahr 120. Die Festspiele Mecklenburg-Vorpommern betonten die Bedeutung des Publikums für die Finanzierung des Festivals. Nach eigenen Angaben decken die privatwirtschaftlich organisierten Festspiele MV gut die Hälfte ihres Etats durch Ticketverkäufe.
Haselböck zeigte sich dennoch zufrieden mit der Resonanz. Der Aufruf "Wir brauchen Sie" habe bei vielen Besuchern das Bewusstsein dafür geschärft, wie wichtig das Publikum für den Erhalt kultureller Angebote sei. Zugleich bleibe die Situation schwierig, insbesondere für Konzerte in dünn besiedelten Regionen.