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Mecklenburg-VorpommernMaßnahmen bringen Kamelhof in Not: Klassenfahrten fehlen

25.05.2021, 06:59 Uhr
Kohlhaus-hebt-ein-erst-wenige-Stunden-altes-Alpaka-auf-dem-Kamelhof-Sternberger-Burg-zu-seiner-Mutter
(Foto: Jens Büttner/dpa-Zentralbild/dpa)

Mitten in der Sternberger Seenlandschaft können Kinder und Jugendliche schönste Natur und exotische Tiere erleben. Der Kamelhof Sternberger Burg bietet Safaris mit Dromedaren, Trampeltieren, Alpakas und sogar Wölfen an. Doch jetzt droht wegen Corona das Aus.

Sternberg (dpa/mv) - Die coronabedingten Verbote von Klassenfahrten haben den Kamelhof Sternberger Burg (Landkreis Ludwigslust-Parchim) in Existenznot gebracht. Wenige Wochen vor Beginn der Sommerferien habe das Familienunternehmen noch keine einzige Buchung, sagte Betreiber Jens Kohlhaus der Deutschen Presse-Agentur. Der Betrieb mit 200 exotischen Haus- und Nutztieren lebe vom Kinder- und Jugendtourismus. "Wir haben dieses Jahr nicht einen Euro Umsatz gemacht", sagte Kohlhaus. Als Saisonbetrieb habe er bislang nicht von den staatlichen Corona-Hilfen profitieren können. Kohlhaus befürchtet, dass die Schulen auch nach dem Ende der Corona-Pandemie wegen der komplizierten Rechtslage kaum noch Klassenfahrten organisieren werden.

Die Familie hat den Hof in Sternberg vor sechs Jahren aufgebaut, mit Erfolg. 2019 habe der 30 Hektor große Betrieb einen sechsstelligen Gewinn gemacht. Kinder- und Jugendgruppen können auf dem Kamelhof wohnen und Tiere auf "Safaris" erleben, darunter Dromedare und Trampeltiere, Lamas, Alpakas und viele andere Arten. "Unser Motto lautet: Die Natur erleben mit Bewegung und Tieren", sagte Kohlhaus. Mit Lamas, Eseln, Rentieren oder auch domestizierten Wölfen an der Leine könnten die jungen Besucher durch die Umgebung wandern und andere touristische Projekte wie die Slawenburg am Groß Radener See besuchen.

Inzwischen musste der Betrieb schon Zebras und andere Tiere verkaufen, was für die Familie schmerzlich ist. "Das sind für uns Familienmitglieder, die wir ausgebildet haben", erklärte Kohlhaus. Das Unternehmen sei mit mehreren hunderttausend Euro in den roten Zahlen. Das Finanzamt stunde zwar fällige Steuerzahlungen. Doch auch von den rund zehn Mitarbeitern habe sich der Betrieb trennen müssen. Darlehen aus der Verwandtschaft und großzügige Futterlieferanten haben bislang die Insolvenz verhindert. Die Öffnung der Gastronomie, der Zoos, sogar des Tourismus im Land könne an der Lage kaum etwas ändern, erklärte Kohlhaus. Die Eintrittsgelder machten nur fünf Prozent der Einnahmen aus. Und Urlauberfamilien würden nicht gern in Gruppenzimmern mit zehn Betten übernachten.

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