Regionalnachrichten

Mecklenburg-VorpommernÜber 20 tote Robben seit Mai in MV - Untersuchungen laufen

24.07.2026, 11:22 Uhr
Schon-im-November-2024-untersuchten-Experten-des-Deutschen-Meeresmuseum-tote-Robben

Der Fund von toten Robben beschäftigt Experten vom Meeresmuseum. Die Kadaver werden untersucht. Der Umweltminister warnt vor vorschnellen Schlüssen.

Schwerin (dpa/mv) - An der Nordost-Küste Mecklenburg-Vorpommerns sind seit Anfang Mai mehr als 20 tote Robben registriert worden. Die Fundorte konzentrierten sich dabei vor allem auf die südöstliche Küste der Insel Rügen, vereinzelt seien aber Tiere auch an der Außenküste Usedoms und im Greifswalder Bodden gefunden worden, teilte das Umweltministerium mit.

Die erwachsenen Tiere hätten sich bereits längere Zeit im Wasser befunden und wiesen zum Teil einen fortgeschrittenen Verwesungsgrad auf. Mehrere Kadaver wurden den Angaben zufolge geborgen und dem Deutschen Meeresmuseum Stralsund zur weiteren Untersuchung übergeben. Bisher sei bei einem der bislang drei aus diesem Gebiet untersuchten Tiere eine unnatürliche Todesursache nicht auszuschließen.

Nach derzeitigem Kenntnisstand gebe es keine Hinweise darauf, dass die aktuelle Anzahl der Totfunde auf die Fischerei in Mecklenburg-Vorpommern zurückzuführen sei. Die zuständigen Fachbehörden stünden zur Aufklärung der Todesursachen in engem Austausch.

Behörde überprüfte Reusen

"Die Robbentotfunde nehmen wir sehr ernst. Derzeit wäre es jedoch verfrüht, Rückschlüsse auf die Todesursachen zu ziehen. Unser Ziel ist es, die Ursachen auf Grundlage wissenschaftlicher Erkenntnisse aufzuklären und nicht zu spekulieren", sagte Umweltminister Till Backhaus (SPD).

Das Landesamt für Landwirtschaft, Lebensmittelsicherheit und Fischerei (LALLF) habe die örtliche Reusenfischerei überprüft. Im Greifswalder Bodden sowie an der Außenküste Südost-Rügens und Usedoms seien im maßgeblichen Zeitraum keine Reusen im Einsatz gewesen.

Alle in diesem Jahr aufgestellten Reusen verfügten über die durch das Umweltministerium vorgeschriebenen Einschwimmsperren. Kontrollen durch die Fischereiaufsicht bestätigen dies. Hinweise auf Robbenbeifänge lägen der Fischereiaufsicht bislang nicht vor.

Im Oktober 2024 waren in kurzer Zeit mehr als 40 tote Robben an Rügens Küste gefunden worden. Ein natürlicher Tod wurde nach Untersuchungen ausgeschlossen. Laut Experten des Deutschen Meeresmuseums gab es damals Hinweise darauf, dass die Robben ertrunken sind, etwa in einem Netz oder einer Reuse. Auch 2017 gab es eine Häufung von Robben-Totfunden.

Quelle: dpa

Regionales