Niedersachsen & Bremen"Champions-League-Fülle" trifft: Bremer Punktgewinn beim BVB

Werder Bremen beweist in Dortmund wieder einen langen Atem und sichert sich in der Nachspielzeit einen Punkt. Torschütze Füllkrug spielt sich erneut in den Fokus - und erinnert sich an alte Zeiten.
Dortmund (dpa/lni) - Niclas Füllkrug konnte sich das Schmunzeln nach dem späten Punktgewinn des SV Werder am Freitagabend in Dortmund kaum verkneifen. Der 33 Jahre alte Mittelstürmer hat die Geschichte seiner Traum-Rückkehr zu seinem Herzensverein aus Bremen weitergeschrieben und mit seinem Ausgleichstreffer beim 2:2 in Dortmund erneut überzeugt.
Durch sein Kopfballtor in der Nachspielzeit bei Ex-Club Borussia Dortmund wurden bei Füllkrug nach dem Spiel Erinnerungen an vergangene Zeiten wach. "Das ist Champions-League-Fülle, ne? Hier im BVB-Stadion, 20:30 Uhr, da habe ich immer performt", sagte der Bremer Stürmer mit einem Lachen. In der Saison 2023/24 erreichte der 33-Jährige mit den Dortmundern das Finale der Königsklasse und steuerte dabei im Dortmunder Stadion unter Flutlicht mehrfach wichtige Tore bei.
Füllkrug stellt Team in den Vordergrund
Großes Lob gab es für den Stürmer nach der Partie auch von Cheftrainer Daniel Thioune. "Er ist ein X-Faktor, wichtigster Spieler. Ich glaube, das hört er selbst gar nicht so gerne", sagte der Bremer Cheftrainer über seinen Schützling. "Ich habe mal irgendwo gelesen, Fülle hat noch nie gegen Dortmund getroffen und Fülle hat noch nie vier Spiele am Stück getroffen. Da war der Auftrag ja klar."
Trotz aller Scherze und seiner starken Torquote seit seiner Rückkehr nach Bremen gab sich Füllkrug nach der Partie kleinlaut und stellte den Auftritt der Mannschaft in den Fokus - wie es sich für einen Führungsspieler gehört.
"Es geht ja nicht um mich. Also wir gehen ja alle ins Spiel und wollen Punkte sammeln. Und das ist super für uns als Mannschaft, dass wir hier einen Punkt mitnehmen", sagte der 33-Jährige. "Die Bereitschaft in den 75 Minuten vorher finde ich viel krasser als die 15 Minuten, in denen wir die Tore schießen."
Torwart Hein überzeugt
In den Fokus der kämpferischen Teamleistung spielte sich dabei auch Schlussmann Karl Hein. Der estnische Torwart, dessen Einsatz in Dortmund wegen einer Oberschenkelprellung lange fraglich war, hielt die Bremer mit vielen überragenden Paraden lange im Spiel. Folgerichtig wurde Werders Torwart nach dem Abpfiff zum Spieler des Spiels gewählt.
"Ich habe einfach wieder versucht, der Mannschaft zu helfen, wie in jedem anderen Spiel auch", sagte Hein. "Ich freue mich wirklich sehr, dass einige meiner Paraden der Mannschaft geholfen haben, im Rennen zu bleiben."
Wie schon am vergangenen Spieltag beim späten Heimsieg nach Rückstand gegen den FC Augsburg zeigte Werder in Dortmund nach 0:2-Rückstand bis zur 88. Minute Comeback-Qualitäten. "Die Art und Weise, wie wir zurückkommen, ist einfach dem ganzen Team zu verdanken", lobte Hein die Bremer Mannschaft. "Wir finden einfach immer wieder Wege, zurückzukommen."
DFB-Rückkehr für Füllkrug?
Trotz des großen Lobs für die geschlossene Mannschaftsleistung und den langen Atem der Bremer Mannschaft drängt sich ein Thema zunehmend in den Fokus rund um den Bremer Osterdeich. Feiert Füllkrug bald sein Comeback im Trikot der deutschen Nationalmannschaft?
Der Stürmer hält sich - auf eine mögliche DFB-Rückkehr angesprochen - bedeckt. "Ich möchte nicht so gerne darüber reden", sagte der 33-Jährige, will aber dennoch nichts ausschließen. "Wenn mein Land mich braucht, dann bin ich für mein Land da - immer. Auch wenn ich 43 bin und dann noch einer in der Box stehen soll. Dann komme ich auch, aber ich bettle nicht drum."
Die nächste Möglichkeit, seine Torquote auszubauen und sich für Bundestrainer Jürgen Klopp zu empfehlen, hat der Mittelstürmer dann am kommenden Wochenende beim Heimspiel gegen den SC Paderborn (15.30 Uhr/Sky). Vielleicht können die Bremer die Partie dann auch Mal vor der Nachspielzeit in ihre Richtung lenken.