Niedersachsen & BremenExotische Hornisse gesichtet - das macht sie gefährlich

Die Asiatische Hornisse ist in Deutschland eigentlich nicht heimisch, wird seit Jahren aber immer häufiger gesichtet. Auch in Niedersachsen. Sie ist gefährlicher als heimischen Arten.
Garbsen (dpa/lni) - Etwas dunkler, etwas kleiner und viel aggressiver: Die Asiatische Hornisse wird inzwischen regelmäßig in Niedersachsen gesichtet. Erst diese Woche entfernten Fachleute ein Nest in der Region Hannover. Experten warnen, dass die eingeschleppte Art deutlich gefährlicher ist als heimische Wespen und Hornissen.
Die Asiatische Hornisse hat ein Gift, das Schmerzen im ganzen Körper verursacht, wie Fachmann Andreas Richter bei der Beseitigung eines Hornissennestes in Garbsen in der Region Hannover sagte. Eine Besonderheit ist demnach zudem, dass sie bei einem Stich einen Signalstoff absondert, der weitere der Insekten anlockt.
Der Naturschutzbund (Nabu) bezeichnet einen Stich der Asiatischen Hornisse als vergleichbar mit einem Stich der einheimischen Hornisse. Demnach sind die Tiere vor allem bei der Verteidigung ihrer Nester aggressiv.
Tausende Hornissen im Nest
Zu Beginn eines Jahres finden sich neue Nester der Asiatischen Hornisse meist an ähnlichen Orten wie die von heimischen Wespen, "zum Beispiel in Schuppen oder Rollladenkästen", heißt es vom Nabu. Später im Jahr ziehen die Hornissen in ein zweites Nest um, das sich häufig hoch in Bäumen befindet.
"In der Umgebung von alten, nicht entfernten Nestern kommt es im Folgejahr zu vermehrten Neugründungen", so der Nabu. Fachmann Richter weiß: Im Sekundärnest leben mitunter Tausende Hornissen. Hunderte neue Königinnen wachsen dort heran.
Es sei daher wichtig, möglichst bereits die ersten sogenannten Primärnester zu beseitigen. Allein in der Region Hannover habe es in diesem Jahr bereits 34 Sichtungen der invasiven Art gegeben. "Wir werden sie nie mehr beseitigen können und müssen damit leben", sagte Richter.
Farbe unterscheidet sich von heimischer Hornisse
Erkennen lasse sich die Asiatische Hornisse an ihrer Farbe. Sie sei dunkler als die Europäische Hornisse. Wer eine Sichtung vermute, könne etwa Imkern Bescheid geben. "Die kennen meist Fachleute für die Beseitigung", sagte Richter. Auf keinen Fall sollte man die Insekten selbst beseitigen. "Die sind wirklich wehrhaft", warnte der Fachmann.
Fachleute, ausgestattet mit einem Schutzanzug, saugen die fußballgroßen Nester dann ab - erst die Insekten, dann das Nest. Imker Marcel Müller-Meißner, der auch für den Artenschutz in Niedersachsen tätig ist, erklärt: "Die Tiere werden beim Absaugen lebend in einer Box eingefangen." Diese stelle er schließlich in eine Tiefkühltruhe.
"Die Hornissen schlafen dann wie im Winterschlaf ein und sterben. Das ist die humanste Art dafür." Müller-Meißner betonte: "Die Tiere können ja nichts dafür, dass sie hier sind. Wir müssen sie aber regulieren und das mit so viel Respekt wie möglich."