Regionalnachrichten

Niedersachsen & BremenFlüsse steuern auf Negativrekorde zu

13.08.2026, 15:59 Uhr
In-Neu-Darchau-faehrt-die-Elbfaehre-Tanja-bereits-seit-Wochen-nicht

Seit Wochen ächzt Deutschland unter Trockenheit. Das Wasser in den Flüssen wird immer weniger. Jetzt wird es wohl historisch.

Neu Darchau (dpa/lni) - Die Trockenheit wird in niedersächsischen Flüssen nach Behördenangaben zu neuen Tiefstwerten führen. Es sei sicher, "dass wir die bisherigen niedrigsten gemessenen Wasserstände im Bereich der freifließenden Elbe definitiv an mehreren Pegeln unterschreiten werden", sagte Martin Gellner vom Wasserstraßen- und Schifffahrtsamt (WSA). Am Donnerstag fiel bereits der Wasserstand an einem Elbpegel zumindest zwischenzeitlich unter den historischen Negativwert, wie das Wasserstraßen- und Schifffahrtsamt (WSA) mitteilte.

Am Nachmittag wurden den Angaben nach in Neu Darchau östlich von Lüneburg 57 Zentimeter gemessen. Der sogenannte niedrigste bekannte Wasserstand für den Standort wurde 2018 mit 63 Zentimetern gemessen. Dabei handelt es sich allerdings um einen Tagesmittelwert. Eine zeitweise Unterschreitung werde daher nicht direkt als neuer Negativrekord verbucht, sagte Gellner. Die statistische Auswertung der Daten dauere meist eine Weile.

"Noch niedrigere Wasserstände möglich"

Der WSA-Mitarbeiter betonte zudem, dass in den kommenden Tagen mit einem weiteren Abfall der Pegelstände zu rechnen ist. "Es könnten sich demnach noch niedrigere Wasserstände zeigen", sagte er. Nach dem "hoffentlich baldigem Ende des Niedrigwassers" will die Behörde bekanntgeben, an welchen Pegeln neue Negativrekorde aufgestellt und welche Wasserstände tatsächlich gemessen wurden.

Die anhaltende Trockenheit belastet die Flüsse bereits seit Wochen. Frachtschiffe können teilweise nicht oder nur mit geringer Ladung fahren. Zahlreiche Fähren und Touristikschiffe haben den Dienst eingestellt oder ihr Angebot ausgedünnt.

Neben der Elbe führt auch die Weser bereits seit Wochen kaum Wasser. Betroffen ist vor allem die Oberweser in Südniedersachsen. Am Flussursprung in Hann. Münden, wo sich Werra und Fulda vereinen, lag der Pegelstand am Mittag etwa bei 55 Zentimetern. Für die Schifffahrt wären dort 120 Zentimeter notwendig. Ein Tagesnegativrekord gibt es für den Pegel nicht. Zwischen 1996 und 2006 lag der Tiefstwert durchschnittlich allerdings bei 96 Zentimetern.

Oberweser erhält kaum noch Wasser

Ähnlich ist die Lage in Bad Karlshafen, Höxter oder Hameln. Grund für das Niedrigwasser in der Oberweser ist, dass die Edertalsperre nur noch das absolute Minimum an Wasser abgibt. Weil die drittgrößte Talsperre Deutschlands Ende Juli nur noch zu 30 Prozent gefüllt war, wurde die Wasserabgabe reduziert. Eigentlich soll der nordhessische Wasserspeicher die Oberweser im Sommer schiffbar halten. Inzwischen ist sie nur noch zu rund 16 Prozent gefüllt.

Quelle: dpa

Regionales