Niedersachsen & BremenHitze, Heu und eine "Wissenschaft für sich"

Viele Tiere brauchen Heu. Wie wird es hergestellt und welchen Einfluss haben die vielen heißen Tage in diesem Jahr?
Hannover (dpa/lni) - Die Heuernte ist in Niedersachsen weitgehend abgeschlossen. Landwirte nutzen die sonnigen Tage derzeit für die letzten Flächen, wie der Vorsitzende des Grünlandausschusses im Landvolk Niedersachsen, Karsten Padeken, auf dpa-Nachfrage mitteilte. "Die Qualitäten sind gut - vor allem durch die sicheren trockenen Erntebedingungen", erklärte der Landwirt aus der Wesermarsch. Der Ertrag sei durchschnittlich.
Seit Juli wächst dem Landesbauernverband zufolge auf den Wiesen und Weiden allerdings wenig Gras nach. Außerdem gibt es Flächen, die wegen des wenigen Regens teilweise vertrocknet sind. "Doch grundsätzlich ist die Situation befriedigend", sagte Padeken. "Massive Probleme sind eher der Gänsefraß und die Mäusepopulation, die durch die Trockenheit begünstigt wurden."
Wie entsteht Heu?
Die Produktion von Heu ist dem Landesbauernverband zufolge weit mehr als Gras zu mähen und zu pressen. "Heumachen ist eine Wissenschaft für sich", schrieb der Verband jüngst. Ob am Ende hochwertiges, energiereiches und hygienisch einwandfreies Futter im Ballen steckt, hängt demnach von vielen Faktoren ab: Wetter, Schnittzeitpunkt, Trocknung und die Einstellung der Maschinen.
Wichtig sind demnach mehrere trockene Tage, denn nach dem Schnitt muss das Heu möglichst schnell auf unter 15 Prozent Wassergehalt trocknen. "Bleibt es zu feucht, drohen Schimmelbildung und im schlimmsten Fall eine gefährliche Selbsterhitzung", so das Landvolk Niedersachsen. "Gleichzeitig sollte das Heu nicht unnötig oft gewendet werden, da dabei Trockenmasse und Nährstoffe verloren gehen."
Viele Tiere werden mit Heu gefüttert - etwa Kühe, Pferde, Esel, Schafe, Ziegen, Kaninchen und Meerschweinchen.
Das sechste Trockenjahr in kurzer Folge
Hitze und Trockenheit können für die Landwirtschaft auch bedrohlich werden. "Keine Branche ist dem Klimawandel so ausgesetzt wie die Land- und wie die Forstwirtschaft", sagte eine Sprecherin des Landwirtschaftsministeriums in Hannover. "Wir sehen aber auch, dass die Betriebe sich schon seit Jahren entsprechend neu aufstellen und sich diverser aufstellen, was die Fruchtfolgen angeht auf ihren Äckern, und so entsprechend auch das Risiko von totalen Ernteausfällen senken."
Nach Angaben des Niedersächsischen Landesbetriebs für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz (NLWKN) erlebt das Bundesland das sechste Trockenjahr in kurzer Folge.