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Nordrhein-WestfalenEssen: Häftling weiter flüchtig, Fall kommt in den Landtag

15.10.2026, 12:19 Uhr
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Zwei maskierte Männer überwältigen in Essen Justizbeamte und befreien einen Untersuchungshäftling. Nun muss NRW-Justizminister Limbach dem Landtag berichten?

Düsseldorf/Essen (dpa/lnw) - Nach der Befreiung eines Untersuchungshäftlings in der Essener Innenstadt fehlt von dem 34-Jährigen und seinen beiden Helfern weiter jede Spur. Der Fall beschäftigt an diesem Freitag den Rechtsausschuss des Landtags in einer Sondersitzung. NRW-Justizminister Benjamin Limbach (Grüne) verurteilte den Angriff vor der Sitzung bereits als "dreisten Angriff auf unseren Staat".

Zwei maskierte Unbekannte hatten am Mittwoch gegen 12.45 Uhr zwei Justizbeamte überwältigt und gefesselt, die den Häftling aus der Justizvollzugsanstalt Essen zu einer Arztpraxis am Kennedyplatz gebracht hatten.

Rangelei bei Befreiung

Nach dpa-Informationen kam es zu einer Rangelei, bei der ein Beamter seine Waffe zog. Sie wurde ihm aus der Hand geschlagen. Die drei Männer flüchteten in unterschiedliche Richtungen. Laut Justizministerium saß der 34-Jährige wegen des Verdachts auf Drogendelikte und gefährliche Körperverletzung in Untersuchungshaft.

Limbach zeigte sich erleichtert, dass die Beamten unverletzt blieben, und dankte ihnen für ihren besonnenen Einsatz. Der Angriff sei "mit erheblicher krimineller Energie" verübt worden. Im Mittelpunkt stünden nun die Ergreifung der Täter und die Aufklärung der Hintergründe.

Die Polizei hat ein Foto des Geflüchteten veröffentlicht und bittet um Hinweise. Nach dem Aufruf gingen mehrere Anrufe ein. Ob ein wichtiger Hinweis darunter war, konnte ein Sprecher zunächst nicht sagen. Die Ermittler mahnen zur Vorsicht, weil eine Bewaffnung der Männer nicht ausgeschlossen werden kann.

Der Rechtsausschuss war ursprünglich wegen einer umstrittenen Beförderung im Justizministerium einberufen worden. Auf Antrag der SPD-Fraktion soll Limbach nun auch mündlich über die Gefangenenbefreiung berichten. Der Ausschussvorsitzende Werner Pfeil (FDP) hat den Antrag genehmigt.

Quelle: dpa

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