Nordrhein-WestfalenPolizei ermittelt nach CSD in Münster wegen Straftaten

Rund 6.000 Menschen feierten den CSD in Münster. Am Rande der Veranstaltung kam es zu Vorfällen, die Ermittlungen der Polizei auslösten.
Münster (dpa/lnw) - Nach dem Christopher Street Day (CSD) in Münster ermittelt die Polizei gegen zwei Zuschauer wegen des Verdachts von Staatsschutz-relevanten Straftaten. Ein Unbekannter soll vom Rande der Demonstration aus "Heil Hitler" gerufen haben, sagte eine Polizeisprecherin.
An anderer Stelle am Rande der Veranstaltung soll ein 72-Jähriger zu Gewalt aufgerufen haben. Gegen den 72-Jährigen und zwei weitere Personen sprachen die Einsatzkräfte den Angaben zufolge Platzverweise aus.
Am CSD nahmen am Samstag schätzungsweise 6.000 Menschen teil, wie die Polizei weiter mitteilte. Die Versammlung sei friedlich verlaufen.
Die Polizei sei seit vier Jahren in engem Austausch mit der queeren Community, sagte die Sprecherin und ergänzte: "Im Vorfeld der Veranstaltung sind wir noch enger im Austausch. Gerade nach dem Anschlag in Berlin sind die Menschen verunsichert und da ist es wichtig, ihre Ängste auch ernst zu nehmen."
Im Jahr 2022 war es am Rande der Veranstaltung in Münster zu einer tödlichen Attacke gegen den 25-jährigen Malte C. gekommen, der bei queerfeindlichen Beleidigungen eingeschritten war. Sieben Monate nach der Tat wurde der damals 20 Jahre alte Täter wegen Körperverletzung mit Todesfolge zu einer Jugendstrafe von fünf Jahren verurteilt.