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Nordrhein-WestfalenProtest im Ruhrgebiet gegen Castortransporte nach Ahaus

24.01.2026, 05:01 Uhr
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Wann die geplanten Castortransporte nach Ahaus starten, ist noch unklar. Im Ruhrgebiet, auf der Hälfte der 170 Kilometer langen Strecke, gibt es am Samstag einen Demonstrationszug.

Bottrop (dpa/lnw) - Mehrere Anti-Atomkraft-Initiativen demonstrieren ab 11.00 Uhr im Ruhrgebiet gegen die geplanten Castortransporte aus dem rheinischen Jülich nach Ahaus im westlichen Münsterland. Die Organisatoren rufen zu einem Protestzug ungefähr auf der Hälfte der 170 Kilometer langen Strecke in Bottrop auf. Ausgangspunkt der Versammlung ist der Autobahn-Rasthof Bottrop-Süd an der Autobahn 2 (Hannover-Oberhausen). Die Atomkraftgegner beklagen an dieser Stelle wegen der maroden Infrastruktur ein Sicherheits-Nadelöhr für Atommülltransporte.

Die Polizei hatte im Vorfeld den Demonstrationsweg über zwei Brücken, die die Autobahn 2 queren, aus Sicherheitsgründen untersagt. Dagegen waren die Anmelder, die bei der Demonstration von rund 100 Teilnehmern ausgehen, vor das Verwaltungsgericht Gelsenkirchen gezogen. Das Gericht lehnte die Vorgaben der Polizei ab und sah keine Gefahr für den Verkehr auf der Bundesautobahn durch die Demonstranten. Die Polizei verzichtete daraufhin auf einen Gang in die nächste Instanz vor das Oberverwaltungsgericht für das Land Nordrhein-Westfalen.

Wann rollen die Castoren?

Wann die Castortransporte durch NRW rollen, ist derzeit offen. Nach einer ersten Gerichtsentscheidung des Verwaltungsgerichts Berlin hat die Umweltschutzorganisation BUND Beschwerde am Oberverwaltungsgericht Berlin-Brandenburg eingelegt. Diese Beschwerde hat allerdings keine aufschiebende Wirkung. Das Verwaltungsgericht hatte entschieden, dass der Transport von 152 Castor-Behältern mit hochradioaktivem Material wie genehmigt sofort vollzogen werden darf. Das Verfahren liegt bei Berliner Gerichten, weil die zuständige Behörde für die Genehmigung der Atommülltransporte das Bundesamt für die Sicherheit der nuklearen Entsorgung ist.

Polizei bereit für die Transporte

Die für die Sicherheit zuständige Polizei in Münster hatte Anfang Januar mitgeteilt, dass die Vorbereitungen für die Transporte über die Straße fast abgeschlossen seien. Die Genehmigung liegt seit Sommer 2025 vor.

Quelle: dpa

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