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SachsenZu Fuß nach Singapur: Leipziger auf ungewöhnlicher Fernreise

24.01.2026, 05:02 Uhr
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Robert Friedrich will mehr als 15.000 Kilometer zu Fuß von Leipzig nach Südostasien wandern. Über Reisehöhepunkte, das Zusammenkommen mit Einheimischen und den Kontakt in die ferne Heimat.

Leipzig (dpa/sn) - Was zunächst aberwitzig klingt, setzt ein Leipziger seit März 2025 in die Tat um: Robert Friedrich befindet sich auf dem Weg nach Singapur - und zwar weitgehend zu Fuß. Innerhalb von mehr als zwei Jahren möchte der 35-Jährige die Strecke von mehr als 15.000 Kilometern aus Sachsen nach Südostasien gehen.

Nach einer Trennung und dem sich abzeichnenden Ende seines Jobs - so erzählt er es - entschloss Friedrich, sich neue Pfade im Leben zu suchen. "Ich habe mir einfach überlegt, was ein schönes Abenteuer und ein neuer Lebenssinn sein kann. Und dann kam ich auf die Idee, zu Fuß eine Weltreise zu machen", sagt der Leipziger.

Hochzeit in Syrien und Ballonfahrt in der Türkei

Im Reisegepäck habe der 35-Jährige nur das Nötigste: Einen Wanderrucksack für Klamotten und Essen, ein Zelt und sein Kameraequipment, mit dem er seine Reise dokumentiere. Eine Zeit lang zog er demnach auch noch einen Transportanhänger hinter sich her, von dem er sich im Laufe seiner Reise aber verabschiedet habe. Der Leipziger versucht, täglich etwa 30 Kilometer zu wandern.

Derzeit befindet sich Friedrich im Irak, auf dem Weg Richtung Bagdad, wie er im Gespräch mit der Deutschen Presse-Agentur sagt. Aus Sicherheitsgründen - so berichtet er es auf Instagram - nimmt er dabei auch augenscheinlich widerwillig manchmal Mitfahrgelegenheiten in Anspruch. Das Auswärtige Amt rät davon ab, die Region Kurdistan-Irak zu besuchen. Vor Reisen in die restlichen Landesteile wird gewarnt.

Bevor er im Irak unterwegs gewesen sei, habe er unter anderem Osteuropa, die Türkei und Syrien durchquert. Neben Reisehöhepunkten wie beeindruckenden Wasserfällen in Serbien, der Hochzeit eines Freundes in Syrien oder einer Heißluftballonfahrt in Kappadokien schwärmt er von den menschlichen Erfahrungen, die er auf seiner Reise gemacht habe.

Auf seinen Wanderungen böten Einheimische ihm immer wieder Essen, einen Schlafplatz oder sogar Geld an. Manche Reisebekanntschaften seien auch einfach nur interessiert und hörten sich seine Geschichte an. "Es gibt viele, viele menschliche Highlights, die ich rein quantitativ überhaupt nicht beziffern kann", sagt der 35-Jährige.

Familie, Freunde und Follower immer mit dabei

Auf Instagram folgen dem "Mann mit dem Bart" mittlerweile mehr als 30.000 Menschen. Hier dokumentiert Friedrich seine Erlebnisse auf den Wanderwegen dieser Welt: den Kontakt mit Einheimischen, besondere kulinarische Erlebnisse oder atemberaubende Naturkulissen und Sehenswürdigkeiten.

Im Familien- und Freundeskreis sei seine Reise natürlich ein großes Thema. Er telefoniere regelmäßig mit den Liebsten aus der Heimat. Über die Weihnachtstage unterbrach Friedrich seine Wanderung für einen Heimatbesuch in Leipzig. Durch seinen Auftritt in den sozialen Medien sei er vielen Verwandten und Freunden in der Ferne aber ohnehin präsent. "Mein Opa ist 86 Jahre alt. Der hat sich im betreuten Wohnen noch einen Instagram-Account gemacht, um meine Videos zu schauen", sagt Friedrich.

Quelle: dpa

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