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Rheinland-Pfalz & Saarland25-Jähriger räumt Schüsse auf Polizisten ein

22.10.2026, 12:16 Uhr
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In einem Park eskaliert eine Kontrolle: Ein 25-Jähriger entreißt einem Polizisten die Dienstwaffe. Was er zum Prozessauftakt sagt.

Trier (dpa/lrs) - Gut ein halbes Jahr nach Schüssen auf zwei Polizisten in der Eifelstadt Prüm hat der angeklagte 25-Jährige vor dem Landgericht Trier die Tat eingeräumt. Er wollte die Polizisten weder verletzen noch töten, erklärte dessen Verteidiger Ali Mojab zum Prozessauftakt.

Der Angeklagte leide an einer paranoiden Schizophrenie. Aufgrund seines Zustandes sei ihm nicht bewusst gewesen, welche Gefahr von seinem Verhalten ausgegangen sei. Er bedauere, was geschehen sei und vor allem, dass eine Polizistin verletzt wurde, verlas Mojab.

Der Mann ist angeklagt wegen versuchten Totschlags und gefährlicher Körperverletzung - im Zustand erheblich verminderter Schuldfähigkeit. Er soll Anfang April mit einer zuvor entrissenen Polizeiwaffe auf zwei Polizisten geschossen haben: Eine Polizistin wurde schwer verletzt.

Angeklagter wehrte sich bei Kontrolle

Die Polizisten hatten den Mann im Kurpark kontrollieren wollen, weil er vorher in einer Arztpraxis herumgepöbelt und Anwesende belästigt haben soll. Bei der Kontrolle habe der 25-Jährige sich heftig gewehrt, sagte Staatsanwalt Mathias Juchem.

Ein Einsatz eines Elektroimpulsgerätes (Taser) habe nur kurz gewirkt. "Bei einem Gerangel" sei es dem Angeklagten dann gelungen, dem Beamten die Dienstwaffe aus dem Holster zu ziehen. Er habe dann so lange geschossen, bis das Magazin leer gewesen sei.

Der Angeklagte sagte, er habe nach dem Taser-Einsatz nicht mehr gewusst, "was richtig oder falsch ist". Er habe große Schmerzen gehabt und "aus Panik und Angst" geschossen.

Polizisten wieder normal im Dienst

Einer der Schüsse traf die Polizistin im Oberschenkel. Sie musste operiert werden. Der Polizeibeamte, der nicht getroffen wurde, erlitt infolge der Abgabe des ersten Schusses ein Knalltrauma.

Die beiden Polizisten des Einsatzes berichteten vor Gericht, dass sie wieder voll dienstfähig seien. Es gehe ihnen wieder "ganz gut". Seit Anfang Juli sei sie wieder im Außendienst, sagte die Polizistin.

Nach den Schüssen war der 25-Jährige in ein nahes Waldstück geflüchtet, wo er später festgenommen wurde. Die entwendete Dienstwaffe, die er bei der Flucht im Park weggeworfen hatte, stellte die Polizei sicher.

Der Angeklagte ist einstweilig in einer geschlossenen forensischen Psychiatrie untergebracht. Nach einem Gutachten leidet der Mann an einer psychischen Erkrankung. Der Prozess ist bis zum 30. November terminiert.

Quelle: dpa

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