Rheinland-Pfalz & SaarlandBildungsministerin: Es liegt nicht nur an der Klassengröße

Ute Eiling-Hütig sieht besondere Herausforderungen in heterogenen Klassen. Der Deutschen Presse-Agentur erklärt sie, warum ihr die Lehrkräfteausbildung so wichtig ist.
Mainz (dpa/lrs) - Für die rheinland-pfälzische Bildungsministerin Ute Eiling-Hütig ist die Größe von Schulklassen nur ein Kriterium für Lernerfolg. "Manchmal liegt es nicht an der Größe der Klasse", sagte die CDU-Politikerin der Deutschen Presse-Agentur in Mainz. Eine gut ausgebildete Lehrkraft könne durchaus auch mit 30 Kindern gut arbeiten. Aber: "Je heterogener die Klassen sind, desto schwieriger wird das".
Bei heterogenen Klassen könne Digitalisierung helfen, sagte die Ministerin weiter. Mit ihrer Hilfe könnten etwa im Mathematik-Unterricht schwächeren Schülerinnen und Schülern passende Übungsaufgaben gegeben werden, den richtig Guten etwas Forderndes und Entsprechendes für Schüler in der Mitte - "also eine gewisse Binnendifferenzierung", sagte Eiling-Hütig.
Frage nach Henne oder Ei
Es müsse immer geschaut werden, ob es eine Frage der Quantität oder Qualität sei. "Die Frage, wieso wir nicht mehr so viele kleine Forscher aus der Schule bekommen, ist die Frage nach Henne oder Ei", sagte Eiling-Hütig. "Wenn ich super vorbereitete, super ausgebildete, super motivierte Lehrkräfte an der Universität generiere und die in die Schulen schicke, dann schaffe ich es auch, dass ich super motivierte, super fähige Schülerinnen und Schüler aus der Schule herauskriege."
Ihr langfristiges Ziel sei es, sagen zu können, dass die Universitäten in Rheinland-Pfalz nicht nur bei bestimmten Fächern und beim Werben um Drittmittel an Exzellenz dächten, sondern auch bei der Lehrkräfteausbildung, sagte die Ministerin. Es gehe darum, Schülerinnen und Schüler für das Leben zu wappnen.