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SachsenTempel aus Vietnam – Baukunst ohne Schrauben in Taucha

16.07.2026, 04:03 Uhr
Ohne-Schrauben-und-Naegel-werden-die-einzelnen-Bauteile-zusammengesteckt

Ohne Bauplan, ohne Schrauben: Vietnamesische Handwerker errichten in Taucha einen Tempel, der Kulturen verbinden soll. Wie das Geschenk aus Vietnam seinen komplizierten Weg nach Sachsen fand.

Taucha (dpa/sn) - Im sächsischen Taucha nahe Leipzig entsteht derzeit ein buddhistischer Tempel. Mit dem Bau der traditionellen Pagode soll ein Zeichen für Toleranz, Offenheit und Respekt vor anderen Kulturen gesetzt werden, wie der Initiator Quang Vinh Dao, der seit 2003 in Taucha lebt, sagte. "Diese Pagode steht für den Wunsch, einen dauerhaften Ort des Buddhismus und der Begegnung zwischen Vietnam und Deutschland zu schaffen."

Der Tempel wurde in Vietnam gebaut, anschließend in Einzelteile zerlegt und bereits 2018 in neun Containern nach Deutschland geschifft. Dann gingen die Probleme los, wie Dao berichtete. "Die Visa für die Arbeiter aus Vietnam dauerten sehr lange und dann kam Corona und die Baugenehmigung war abgelaufen."

Bauplan nur im Kopf der Handwerker aus Vietnam

Die Handwerker mussten laut Dao unbedingt aus Vietnam kommen, denn nur sie kannten sich mit der speziellen Bauweise aus, die ohne Schrauben und Nägel auskommt. "Es gibt keinen Plan und keine Bauzeichnung. Die Arbeiter haben es alles im Kopf". Lediglich die Statik und die Genehmigungsplanung sowie die technische Koordination lag in der Hand deutsche Fachplaner.

Der Tempel sei ein Geschenk aus Vietnam, betonte Dao. Der Rest sei durch Spenden finanziert. Genaue Angaben über die Höhe der Kosten konnte er nicht machen.

Der eigentliche Tempel soll Ende des Jahres stehen, dann laufen auch die Visa für die vietnamesischen Handwerker aus. Dann folgen noch die Nebengebäude. Ziel ist es, die gesamte Anlage 2028 zu eröffnen. "Es wird ein Ort für Begegnungen, Seminare und Meditation", betonte Dao. Schließlich wird in Taucha jedes Jahr ein buddhistischer Kongress abgehalten, zu dem mehrere hundert Menschen aus alle Welt kommen.

Quelle: dpa

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