Rheinland-Pfalz & SaarlandKrahls Glanzparaden: FCK nach Sieg in Nürnberg Dritter

Mit etwa 8.000 Fans im Rücken und einem überragenden Torhüter feiert der 1. FC Kaiserslautern drei Punkte im Topspiel beim 1. FC Nürnberg. Die Verletzung des Siegtorschützen bereitet aber Sorgen.
Kaiserslautern (dpa/lrs) - Kaiserslauterns Julian Krahl wollte nach dem 1:0 (0:0)-Auswärtssieg beim 1. FC Nürnberg im Topspiel des 2. Fußball-Bundesliga schnell zum Feiern mit den rund 8.000 mitgereisten Fans. Das hatte sich der Torhüter auch redlich verdient, denn mit mehreren Glanzparaden hatte er den Grundstein zum ersten Sieg des FCK in Nürnberg seit 2010 gelegt. Dadurch übernahmen die Pfälzer den dritten Tabellenplatz.
Krahl übte sich nach dem Abpfiff aber in Bescheidenheit. "Ob das mein bestes Spiel für den FCK war, weiß ich nicht. Am Ende macht das Ergebnis ein Spiel zu etwas Besonderem. Wenn du so ein Ding knapp gewinnst und ein paar Bälle hältst, dann ist es natürlich immer etwas Besonderes", sagte der 26 Jahre alte Keeper. Er wollte dann eher das Kollektiv in den Fokus stellen: "Momentan zeichnet uns einfach aus, dass wir sehr, sehr gut und extrem stark verteidigen können. Was alleine Jan Elvedi, Maxwell Gyamfi und Alex Murphy heute an Bällen geblockt haben. Aber auch alle anderen, wie die sich in alles reingehauen haben. Jeder Spieler lebt einfach für die Mannschaft."
Lieberknecht lobt Krahls Präsenz
Kaiserslauterns Trainer Torsten Lieberknecht hatte da schon etwas mehr Lob für seinen Schlussmann übrig und verlor sich dabei sogar etwas in Nostalgie: "Ronny Hellström, Gerry Ehrmann oder Sepp Stabel. Der FCK war aus meiner Sicht immer ein Verein mit besonderen Torhüterpersönlichkeiten", sagte Lieberknecht. "Julian kann diese Spieler natürlich nicht kopieren. Aber man kann vermitteln, wie man eine Persönlichkeit entwickelt und reift. Und ich finde, dass er in dieser Hinsicht einen großen Schritt gemacht hat." Das sehe man bei Standardsituationen und in der Kommunikation. "Er bekommt eine ganz andere Präsenz", analysierte der 53-Jährige.
Der Trainer sprach beiden Mannschaften ein Lob aus. "Das Spiel hatte eine unheimliche Intensität. Das war für uns der Schlüssel zum Erfolg. Wir sind der glückliche Sieger und freuen uns, dass wir nach 16 Jahren mal wieder in Nürnberg gewinnen konnten."
Erencan Yardimci wird zum tragischen Helden
Wie schon so oft in dieser Saison hatte Lieberknecht mit seinen Einwechslungen ein glückliches Händchen bewiesen, denn der zur Pause gekommene Erencan Yardimci erzielte nach 58 Minuten per Kopf das Tor des Abends im ausverkauften Max-Morlock-Stadion. Tragisch: In der 67. Minute musste der Torschütze wieder ausgewechselt werden, vermutet wird eine Achillessehnenverletzung. "Wenn man die Szene gesehen hat, ist einem erst einmal der Atem gestockt. So wie er jetzt läuft, hat er irgendwas an der Achillessehne. Wir hoffen, dass es nicht so extrem ist", sagte Lieberknecht. Untersuchungen in den kommenden Tagen sollen Aufklärung über die Schwere der Verletzung Yardimcis geben.
Hannover und Hertha warten
Viel Zeit, um den wichtigen Auswärtssieg von Nürnberg zu genießen, bleibt den Pfälzern nicht. Bereits am Mittwoch gastiert der FCK zum Zweitliga-Duell in der 2. Runde des DFB-Pokals bei Hannover 96, am kommenden Samstag kommt dann der noch ungeschlagene Tabellenführer Hertha BSC ins Fritz-Walter-Stadion. "Das wird eine interessante Woche. Auswärts in Hannover ist es immer schwierig. Und dass Hertha ohne Niederlage im Rücken ebenfalls eine große Herausforderung ist, muss man nicht extra betonen", meinte Krahl.