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Rheinland-Pfalz & Saarland Landtagspräsident Hering: Mainzer Jakobiner als Vorbilder

Am Fuß der Heunensäule zeigt der Bronzesockel die Darstellung einer Jakobinermütze, aus der eine Narrenkappe entspringt. Foto: Andreas Arnold

(Foto: Andreas Arnold/dpa)

Mainz (dpa/lrs) - Der rheinland-pfälzische Landtagspräsident Hendrik Hering (SPD) hat die Mainzer Jakobiner Georg Forster und Adam Lux als Vorbilder für demokratisches Streiten gewürdigt. "Gerade in diesen Zeiten brauchen wir Erinnerung an vergessene Heldinnen und Helden unserer Demokratiegeschichte", sagte Hering am Dienstag in Mainz bei der Vorstellung eines neuen Werks zur Mainzer Republik von 1792/93.

Forster und Lux hielten damals die französischen Revolutionsideale Freiheit, Gleichheit und Brüderlichkeit hoch. Sie wurden als Abgeordnete der Mainzer Republik nach Paris geschickt, konnten dann wegen der Belagerung von Mainz durch preußische und österreichische Truppen nicht zurückkehren. Lux wurde im November 1793 in Paris hingerichtet, Forster starb dort im Januar 1794.

In Rheinland-Pfalz gebe es "kraftvolle Orte" für das historische Erinnern demokratischer Anfänge, sagte Hering und nannte neben dem Hambacher Schloss mit der bürgerlich-liberalen Kundgebung von 1832 das Mainzer Deutschhaus, dem zurzeit sanierten Sitz des Landtags, in dem 1793 als Höhepunkt der kurzlebigen Mainzer Republik der Rheinisch-Deutsche Nationalkonvent zusammenkam. Neben Burgen und Schlössern als "steinernen Zeugen der Fürstenherrschaft" gelte es, die Orte der Demokratiegeschichte mehr als bisher erfahrbar zu machen, und zu "zeigen, wo die Freiheitsbäume standen" - diese wurden 1792/93 an etlichen Orten in der Pfalz und Rheinhessen errichtet.

Das Buch "Die Mainzer Republik und ihre Bedeutung für die parlamentarische Demokratie" zeige, wie sich die Ereignisse von 1792/93 am Rhein als Mosaikstein in eine europäische Geschichte der Partizipation einfügten, sagte Mitherausgeber Michael Matheus. Die gegenwärtigen Sanierungsarbeiten am Mainzer Deutschhaus seien von symbolischer Bedeutung und zeigten, "dass Demokratie immer eine Baustelle ist".

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