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Rheinland-Pfalz & SaarlandMehr Arbeitslose im Saarland - Ausbildungsplätze unbesetzt

01.08.2023, 10:48 Uhr
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(Foto: Jens Kalaene/dpa-Zentralbild/dpa)

Im Juli sind etwas mehr Menschen im Saarland arbeitslos gewesen als einen Monat vorher. Vor allem junge Menschen sind betroffen. Gleichzeitig gibt es viele freie Ausbildungsplätze - doch die Suche ist nicht immer einfach.

Saarbrücken (dpa/lrs) - Im Juli sind im Saarland etwas mehr Menschen arbeitslos gemeldet gewesen als noch einen Monat zuvor. 35.700 Arbeitslose gab es im Juli im Bundesland, wie die Regionaldirektion der Bundesagentur für Arbeit mitteilte. Das waren 300 Menschen oder ein Prozent mehr als im Juni und 2700 Menschen oder 8 Prozent mehr als vor einem Jahr.

"Der Anstieg der Arbeitslosigkeit im Juli entspricht der saisonüblichen Entwicklung. Insbesondere jüngere Menschen haben sich arbeitslos gemeldet", erklärte Heidrun Schulz, Chefin der Regionaldirektion Rheinland-Pfalz-Saarland. "Diese haben zum Teil ihre Ausbildung beendet und wurden vom Ausbildungsbetrieb nicht übernommen." In diesen Fällen sei sie sich sehr sicher, dass die Arbeitslosigkeit lediglich von geringer Dauer sein werde. "Diese Fachkräfte sind auf unserem Arbeitsmarkt gesucht und werden zügig eine Arbeitsstelle finden."

Die Arbeitslosenquote lag im Juli bei 6,8 Prozent. Im Juni hatte der Wert bei 6,7 Prozent und vor einem Jahr bei 6,3 Prozent gelegen. Die sozialversicherungspflichtige Beschäftigung lag im Saarland im Mai 2023 - der aktuellste Datenstand - mit rund 392.800 Beschäftigten 0,2 Prozent über dem Vorjahresniveau. Die Zahl der Anzeigen für Kurzarbeit ist im Juli hingegen etwas gesunken. 15 Betriebe zeigten für 670 Beschäftigte Kurzarbeit an - im Juni waren es noch 20 Anzeigen gewesen.

Vor allem auf dem Ausbildungsmarkt herrscht laut Regionaldirektion zurzeit viel Bewegung. Rund 1400 Jugendliche seien derzeit auf der Suche nach einem Ausbildungsplatz. 2700 offene Plätze gibt es noch. Das sind 200 unbesetzte Ausbildungsplätze weniger als im Vorjahr.

Allerdings ist die Nachfrage vor allem nach bestimmten Ausbildungsberufen sehr hoch. So konzentrieren sich rund 41 Prozent der Jugendlichen auf der Suche nach einem Ausbildungsplatz im Saarland auf gerade mal zehn Berufe - darunter Friseur, Verkäuferin, Elektronikerin und Kaufmann.

"Diese hohe Konzentration der Jugendlichen auf nur zehn Berufe zeigt, dass sie die Vielzahl der Ausbildungsberufe nicht kennen", sagte Schulz. "Es gibt mehr als 300 anerkannte Ausbildungsberufe, unter denen die Jugendlichen auswählen können." Sie rate ihnen, Kontakt zur Berufsberatung aufzunehmen. "Unsere Kolleginnen und Kollegen beraten individuell, wie der konkrete Weg in die Ausbildung aussehen kann und welche Ausbildung die richtige ist. Vor allem Praktika sind auf dem Weg zum beruflichen Erfolg sehr hilfreich."

Derzeit kommen demnach auf 100 unbesetzte Ausbildungsstellen 51 Bewerberinnen und Bewerber. Allerdings fällt diese Bilanz je nach Ausbildung sehr unterschiedlich aus: Bei der Ausbildung zum Fachinformatiker in der Anwendungsentwicklung kommen auf 30 Bewerberinnen und Bewerber lediglich 10 Stellen. Bei der Ausbildung zum Kaufmann oder zur Kauffrau im Einzelhandel hingegen gibt es 160 unbesetzte Stellen und nur 60 Suchende.

Quelle: dpa

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