ThüringenVon Garagen zu Blumen: Was die Landesgartenschau bietet

In weniger als 100 Tagen beginnt die Landesgartenschau im Eichsfeld. Was Besucher dort erwartet, wie sie an günstige Tickets kommen und was ausgerechnet Garagen damit zu tun haben.
Leinefelde-Worbis (dpa/th) - Die Vorbereitungen für die fünfte Thüringer Landesgartenschau (LGS) gehen in die Schlussphase. Nach mehreren Verzögerungen soll die LGS am 23. April in Leinefelde-Worbis eröffnen und bis zum 11. Oktober laufen. Die wesentlichen Bauarbeiten seien nahezu abgeschlossen, sagte Bauleiter Dominik Tasch. Sichtbare Fortschritte stärkten inzwischen auch die Akzeptanz bei Anwohnern.
Aktuell setzen Arbeiter unzählige Blumenzwiebeln. Rund 1,2 Millionen solcher Zwiebeln sollen am Ende für die LGS im Boden landen. Noch aufgebaut werden sollen etwa die Kassen, temporäre Pavillons und Zelte für die Gastronomie sowie Ausstellungsobjekte. Auch Pflanzarbeiten folgen noch.
Entdeckungen im Boden führten zu Verzug
Verzögerungen hatten unter anderem Witterung, Lieferengpässe, die Corona-Pandemie sowie archäologische Funde verursacht. Teile dieser Funde, etwa Spuren der mittelalterlichen Wüstung Kirrode, werden nun in das Ausstellungskonzept integriert. In diesem Bereich wurden zudem der Bach Ohne renaturiert und Obstbäume gepflanzt.
Beete, Schaugärten, Freizeitbereiche und mehr
Geplant sind wechselnde Blumenschauen, schon jetzt stehen einzelne Spielgeräte für Kinder, eine Skateranlage und ein Streetball-Feld gibt es. Eine temporäre Bühne wird auf einer Wiese errichtet, für Konzerte und mehr.
Ein großer Spielplatz soll mit seinem Design an den historischen Stadtkern in Worbis und die Spinnereigeschichte in Leinfelde erinnern. Eine Blechverkleidung an einem Kletterelement wiederum bezieht sich auf die rund 800 Garagen, die auch gegen Widerstände von Garagenpächtern für die LGS weichen mussten.
Wohnquartier folgt auf Garagen
Nun soll das ehemals von den Garagenhöfen geprägte Areal zur "grünen Lebensader" werden, wie es beim LGS-Team heißt. Nach der Ausstellung soll auf dem Geländeteil ein neues naturnahes Wohnquartier entstehen.
Mit dem sogenannten Tüffers Garten hat sich auch auf einem weiteren Standort der LGS schon einiges getan. Dort wurde etwa ein Gebäude neu errichtet, in dem Gastronomie einen Platz findet und das nach der LGS für Vereine und als Café genutzt werden soll. Im angrenzenden Lunapark stehen neue Sportanlagen und mehrere Hundert Bäume und Sträucher wurden neu gepflanzt.
Mehrere Hunderttausend Gäste sollen kommen
Rund 300.000 Besucherinnen und erwartet das LGS-Team an den 172 Tagen. Dabei zählt Leinefelde-Worbis selbst rund 20.000 Einwohner. Zum Vergleich: Die vorherige Landesgartenschau hatte im Jahr 2017 mit einer Dauer von 149 Tagen 366.100 Gäste nach Apolda gelockt.
Kosten bei rund 12 Millionen Euro
Auf rund 12 Millionen Euro belaufen sich die Kosten für die Durchführung der LGS in Leinfelde laut Planern. Die Summe beinhalte Baumaßnahmen und die Kosten der gemeinnützigen Gesellschaft hinter der LGS. Dafür gibt es Fördermittel vom Lande und Eigenmittel der Stadt. Auch Einnahmen wie etwa Eintrittsgelder dienen der Finanzierung.
Ticketpreise zwischen 0 und 155 Euro
Der Eintritt zur Landesgartenschau kostet je nach Alter zwischen 0 und 22 Euro für Tageskarten. Erwachsene ab 25 Jahren zahlen 22 Euro, 18- bis 24-Jährige 20 Euro, Jugendliche von 15 bis 17 Jahren 10 Euro und Kinder von 6 bis 14 Jahren 8 Euro. Für Hunde werden 7 Euro fällig, Gruppen ab 20 Personen erhalten 2 Euro Rabatt pro Ticket.
Dauerkarten kosten 150 Euro für Erwachsene, 110 Euro für junge Erwachsene, 65 Euro für Jugendliche und 45 Euro für Kinder ab 6 Jahren; für Hunde 45 Euro. Als Gutschein sind die Karten jeweils 5 Euro teurer. Ermäßigungen gelten unter anderem für schwerbehinderte Menschen, Kinder bis 5 Jahre haben freien Eintritt.
So gibt es günstigere Varianten
Bis Ende Februar werden Dauerkarten vergünstigt im Vorverkauf angeboten. Zudem gibt es vom 1. Juni bis 28. August ein Feierabendticket für 11 Euro ab 16.30 Uhr, das nicht an Wochenenden, Feiertagen oder bei Sonderveranstaltungen gilt.
Spielplätze und Grünanlagen bleiben, Wohngebiet entsteht
Nach dem Ende der LGS sollen etwa Toiletten, Gastronomiezelte sowie Pavillons verschwinden. Die Park- und Grünanlagen aber bleiben dauerhaft. Dazu zählen etwa Wege, Aufenthaltsflächen, aber auch Spiel- und Bewegungsangebote. Ein Teilbereich solle später als Schulgärten genutzt werden, erklärt Tasch.