Rheinland-Pfalz & SaarlandMehrere Tausend Menschen bei CSD in Koblenz

Plakate, Forderungen und klare Ansagen: Die Teilnehmenden des CSD in Koblenz fordern mehr Schutz und ein queeres Zentrum.
Koblenz (dpa/lrs) - Mehrere Tausend Menschen haben sich in Koblenz beim Christopher Street Day für sexuelle und geschlechtliche Vielfalt stark gemacht. Die Stimmung bei der Veranstaltung beschrieb Demo-Leiter Patrick Zwiernik als friedlich, aber auch kämpferisch.
Nach seinen Angaben kamen rund 6.000 bis 7.000 Teilnehmer, viele hätten selbsterstellte Plakate mit zur Demonstration gebracht. Darauf sei unter anderem die Schaffung eines queeren Zentrums in Koblenz gefordert worden. Auch sehr viele Plakate gegen Rechts seien zu sehen gewesen.
"Normalität von rechtsextremem Sprech"
Mit Blick auf jüngste queerfeindliche Vorfälle wie etwa am Freitag in Frankfurt am Main sagte Zwiernik, man merke seit langem, dass das Klima und die Sprache rauer werde. Es gebe mittlerweile eine "Normalität von rechtsextremem Sprech", der teils auch von konservativen Parteien übernommen werde. "Sobald die Sprache verroht, ist der Weg zur Gewalt nicht mehr weit", sagte Zwiernik.
Die Teilnehmer der Demonstration hätten sich auch für die Erweiterung von Artikel 3 des Grundgesetzes um die sexuelle und geschlechtliche Vielfalt ausgesprochen. Zudem sei deutlich gemacht worden, dass man den Schutz queerer Menschen als kommunale Pflichtaufgabe sehe, die vom Land finanziert werden müsse. Auch die Polizei sprach von einem friedlichen Verlauf der Veranstaltung.