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Rheinland-Pfalz & SaarlandWas die SPD nach einem Wahlsieg machen will

24.01.2026, 14:18 Uhr
Einstimmig-wurde-das-Wahlprogramm-beschlossen

Nach dem Parteitag im Fritz-Walter-Stadion in Kaiserslautern steht das Landtagswahlprogramm der Sozialdemokraten in Rheinland-Pfalz. Was auf den mehr als 100 Seiten alles aufgelistet ist.

Kaiserslautern (dpa/lrs) - Lernmittelfreiheit, Unterstützung beim Führerschein, neue Strukturen in der Wirtschaftsförderung und bei der Schulaufsicht – das sind zentrale Punkte des beim Parteitag in Kaiserslautern verabschiedeten SPD-Landtagswahlprogramms. Was die Sozialdemokraten im Fall eines Sieges am 22. März vorhaben:

Bildung

  • 100-prozentige Lernmittelfreiheit: Familien sollen nichts mehr für Schulmaterialien sowie Arbeitshefte zahlen müssen und um bis zu 2.500 Euro entlastet werden

  • Die Schulaufsicht unter dem Dach der Behörde ADD soll stärker regionalisiert werden

  • Das Sprachnetzwerk Kita soll von 350 Kitas, in denen Sprachbeauftragte gefördert werden, auf 1.000 wachsen

  • Die Besoldung der Grundschullehrer soll auf A13 angehoben werden

Gesundheit

  • Regiokliniken sollen gestärkt werden, sie sollen ambulante und stationäre Versorgung, Pflege und Beratung bündeln

  • Mit dem Geld aus dem Sondervermögen des Bundes soll Krankenhausinfrastruktur modernisiert werden

  • Ansiedlungslotsen sollen Haus- und Fachärzte bei der Gründung medizinischer Versorgungszentren in kommunaler Hand helfen

Wohnen, Familie, Kinder und Gesellschaft

  • Familienlotsen sollen vor allem von Armut betroffenen Familien helfen, ihnen zustehende Leistungen tatsächlich in Anspruch zu nehmen

  • Begegnungsräume in Stadt und Land sollen erhalten und gefördert werden – von der Dorfkneipe bis zum Dorfgemeinschaftshaus

  • Aus Pilotprojekten nach dem "Housing-First-Ansatz" soll eine Regelförderung werden. Bei dem Ansatz wird darauf verzichtet, die Vermittlung einer Wohnung an Suchtkranke oder an Menschen mit einer psychischen Erkrankung an die Erfüllung von Auflagen zu knüpfen.

  • Es sollen mehr Wohnheimplätze für Studierende und mehr bezahlbarer Wohnraum für Auszubildende geschaffen werden

  • Eine Mieterschutzverordnung soll Instrumente zur Bewahrung von Wohnraum – wie die Mietpreisbremse oder den Schutz vor Zweckentfremdung – bündeln

  • Die Landesleitstelle Ehrenamt soll zu einer Leitstelle Ehrenamt und Demokratie weiterentwickelt werden

Energie

  • Der Ausbau der erneuerbaren Energien soll weiter vorangetrieben werden, Planungs- und Genehmigungsverfahren für neue Anlagen sollen beschleunigt werden

Wirtschaft

  • Eine neue Standortgesellschaft soll zentraler Ansprechpartner für Unternehmen werden, etwa bei Fragen rund um Ansiedlungen

  • Eine zentrale Plattform soll Start-ups, Selbstständigen oder mittelständischen Unternehmen den Zugang zu Förderprogrammen erleichtern

  • Handwerksbetriebe sollen mit Zuschüssen beim Einstieg in KI-Anwendungen unterstützt werden

Umwelt und Natur

  • Bei der Erarbeitung der Landesjagdverordnung soll die Jägerschaft aktiv eingebunden werden

Sicherheit

  • Jedes Jahr sollen bis zu 500 neue Polizeianwärterinnen und -anwärter eingestellt werden

  • Insgesamt soll es in den kommenden Jahren mehr als 10.500 Polizistinnen und Polizisten im Land geben

  • Eine zentrale Beschaffung von Gerätschaften und Ausrüstung für Feuerwehrleute und andere Einsatzkräfte über das Landesamt für Brand- und Katastrophenschutz soll geprüft werden

  • Bambini-Feuerwehren sollen für mehr Feuerwehr-Nachwuchs mit einem eigenen Förderprogramm unterstützt werden

  • Die Luftrettung soll weiter entwickelt werden, unter anderem mit einer Erweiterung der Einsatzzeiten von Rettungshubschraubern

Mobilität

  • Sie soll sich an den Bedürfnissen der Menschen orientieren, Auto, Bus, Bahn und Fahrrad sollen grob gesagt nicht gegeneinander ausgespielt werden.

  • Es soll eine Rheinland-Pfalz-Mobilitäts-App kommen, die auch Echtzeit-Infos zu Baustellen und einen digitalen Schlaglochmelder bieten soll

  • Der Bau der Mittelrheinbrücke bleibt ein zentrales verkehrspolitisches Vorhaben

Migration

  • Rückführungen von Menschen, deren Asylantrag abgelehnt wurde, sollen stärker zentralisiert werden

Quelle: dpa

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