Sachsen-AnhaltBauern fordern weniger Bürokratie und pochen auf Hilfen

Mehr Zeit am Computer als im Stall? Landwirte in Sachsen-Anhalt wollen weniger Papierkram und weiterhin Unterstützung. Welche konkreten Änderungen sie von der Politik fordern.
Magdeburg (dpa/sa) - Landwirte in Sachsen-Anhalt drängen auf verlässliche Rahmenbedingungen beim Pflanzenbau und der Tierhaltung. Die Produktion müsse für Landwirte auskömmlich sein, sagte der Vizepräsident des Bauernbunds, Frank Böcker, bei der Vorstellung von Forderungen an die Parteien zur Landtagswahl in Magdeburg. Der Verband fordert weiterhin finanzielle Unterstützung für die Bauern, einen umfassenden Bürokratieabbau, Änderungen in der Landesverwaltung sowie die Abschaffung des Wolfs- und Biberkompetenzzentrums.
Konkret plädiert Präsident Martin Dippe dafür, die Ressorts Landwirtschaft und Umwelt in der Landesregierung wieder in einem Ministerium zu bündeln. Konflikte ließen sich einfacher lösen, wenn beide Bereiche unter einem Dach seien, sagte Dippe. Aktuell ist die Landwirtschaft im Wirtschaftsministerium angesiedelt, der Bereich Umwelt im Wissenschaftsministerium.
Praktikumsprämie hat etwas bewirkt
Obendrein warnt der Bauernbund vor Budgetkürzungen im Rahmen der Gemeinsamen Agrarpolitik in Europa. Die Produktionskosten sind den Angaben zufolge in Deutschland höher als in anderen Teilen Europas. Deshalb seien Ausgleichszahlungen wichtig, sagte Böcker. Zudem sollen landwirtschaftliche Nutzflächen vorrangig an aktive, ortsansässige Landwirte gehen.
Weiterhin drängt der Verband auf einen umfassenden Bürokratieabbau. Landwirte würden in der Tierhaltung etwa mehr Zeit vor dem Rechner als im Stall verbringen, sagte Böcker. Insgesamt müssten Meldepflichten reduziert werden. Diese würden in anderen Teilen der Welt auch nicht gefordert.
Positiv blicken die Bauern auf das steigende Interesse von jungen Menschen an den grünen Berufen. Die vom Land eingeführte Praktikumsprämie habe hier etwas bewirkt, betonte Dippe. Ein Problem sei allerdings, dass etwa junge Auszubildende zwischen 16 und 18 Jahren mit einem Traktor nur 40 km/h fahren dürften. Bei den Modellen sei der Standard 50 km/h. Andere europäische Länder hätten hier bessere Regeln, so Dippe.