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Sachsen-AnhaltFolgenreiche Fehler auch bei harmlosen Behandlungen

20.08.2026, 11:06 Uhr
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Behandlungsfehler passieren in allen medizinischen Feldern. Aber auch Fango-Packungen oder Kühlakkus können für Patienten gravierende Folgen haben, wie der Medizinische Dienst feststellt.

Magdeburg (dpa/sa) - Es passieren Behandlungsfehler bei und nach Operationen, aber auch vermeintlich harmlose Behandlungen können folgenreich sein. "So hat etwa eine Fango-Packung bei einer Wärmebehandlung zu einer Verbrennung geführt, ein Kühlakku eine Erfrierung verursacht oder ein Verzählen das Ziehen eines gesunden Zahns bedingt", erklärte der Vorstandsvorsitzende des Medizinischen Dienstes Sachsen-Anhalt, Jens Hennicke, mit Blick auf Behandlungsfehler während des vergangenen Jahres.

770 Verdachtsfälle wurden an die Experten im Land herangetragen. Fast die Hälfte davon ließ sich unaufwändig einschätzen. Dazu gehörten Komplikationen bei Wundheilungsstörungen, die selbst bei fachgerechtem Handeln nicht sicher zu vermeiden sind, wie es hieß. 397 Mal wurde ein ausführliches Gutachten erstellt. Das Ergebnis: 76 Fehler bei medizinischen Behandlungen wurden nachgewiesen.

Druckgeschwüre und Darmverschlüsse in der Pflege

Hinzu kamen 16 Pflegefehler, die ebenfalls zu einem erstattungsfähigen Schaden führten. In der Pflege geht es beispielsweise um Druckgeschwüre, die durch unzureichende Positionswechsel entstehen oder auch um Darmverschlüsse infolge vermeintlich unzureichender Flüssigkeitsversorgung.

Im Jahr 2024 hatte der Medizinische Dienst 113 Behandlungen mit erstattungsfähigem Schaden festgestellt. Insgesamt geprüft wurden damals 883 Verdachtsfälle auf Behandlungsfehler.

"Bezogen auf die Anzahl aller behandelten und pflegefachlich versorgten Personen im Land ist der Anteil bestätigter Behandlungs- und Pflegefehler gering", so der Medizinische Dienst. Es sei wichtig, zu wissen, dass sich trotz bester medizinischer Möglichkeiten und größter pflegerischer Bemühungen selbst bei fachgerechtem Handeln mögliche Komplikationen wie Wundheilungsstörungen nie gänzlich vermeiden ließen. "Eine verständliche Aufklärung über die Grenzen und Risiken ist deshalb immer wieder wichtig."

Quelle: dpa

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