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SachsenWohnungswirtschaft warnt vor Kostenexplosion bei Wärmewende

20.08.2026, 11:47 Uhr
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(Foto: Elisa Schu/dpa)

Wohnungsunternehmen dürfen nicht zum Versuchskaninchen der Energie- und Wärmewende werden, stellt die Wohnungswirtschaft klar. Sie fordert eine klare Lastenverteilung.

Dresden (dpa/sn) - Die sächsische Wohnungswirtschaft will ihre Mieter vor hohen Folgekosten der Energie- und Wärmewende bewahren. "Steigende CO2-Kosten, hohe Investitionsbedarfe, neue Abrechnungs- und Umlageregelungen sowie kurzfristig veränderte Förderbedingungen erhöhen den Druck auf die Mieter, die sozial orientierten Wohnungsunternehmen und die kommunalen Energieversorger", machten die Verbände deutlich.

Unternehmen wollen nicht Versuchsfeld sein

"Wohnungsunternehmen dürfen nicht zum Versuchsfeld einer Transformation werden, bei der Aufwand, Unsicherheit und Risiko auseinanderfallen. Wir planen und investieren über Jahrzehnte. Gleichzeitig wachsen mit jeder neuen Umlage-, Berechnungs- und Nachweispflicht der Verwaltungsaufwand und das Fehlerrisiko", sagte Mirjam Philipp, Vorstand des Verbandes Sächsischer Wohnungsgenossenschaften.

Verbände mahnen faire Lastenverteilung an

Philipp zufolge darf die Verantwortung für Kosten und Faktoren, die Wohnungsunternehmen kaum oder gar nicht beeinflussen können, nicht einseitig bei den Vermietern landen. "Die Wärmewende braucht eine faire Lastenverteilung zwischen Staat, Energiewirtschaft, Vermieter sowie Mieter und sie muss für die Menschen auch bezahlbar bleiben."

Votum für Einführung eines Klimageldes

Nach den Worten von Florian Gräßler, Geschäftsführer des Verbandes kommunaler Unternehmen, ist die sozialpolitische Abfederung entscheidend für die Akzeptanz der Energiewende. Eine staatliche Förderung der Fernwärme könnte die Preise stabilisieren und senken. Er sprach sich ferner für die Einführung eines Klimageldes aus, um die steigenden Kosten für die Haushalte zu senken.

Philipp machte die Erhöhung der CO2-Kosten am Beispiel einer Mietwohnung mit 60 Quadratmetern klar. Aktuell mache das pro Jahr bei Erdgas 66 Euro und bei Fernwärme 241 Euro aus. Bei einem angenommenen Worst-Case-Fall könnte das im Jahr 2028 auf bis zu 147 Euro (Erdgas) und 526 Euro steigen.

Hoher Anteil an Fernwärme in Sachsen

Alexander Müller, Chef des Verbandes der Wohnungs- und Immobilienwirtschaft (VDW), stellte klar, dass in Sachsen in den Metropolen schon mehr als 90 Prozent der Wohnungen mit Fernwärme versorgt werden, außerhalb seien es etwa 65 Prozent. Damit werde jede Preisbewegung sofort zu einer Frage der Wohnkosten.

Abschließend stellten die Verbände Forderungen auf. Die Bundesförderung für effiziente Gebäude und für Wärmenetze müssten dauerhaft und auskömmlich finanziert werden. Änderungen der Förderung brauchten einen Vorlauf. Es gehe darum, die Fernwärme attraktiver zu machen. Ferner gehe es darum, die Lasten fair zu verteilen. Kosten, Verwaltungsaufwand und Haftungsrisiken dürften nicht einseitig auf Mieter, Vermieter oder Energieversorger verlagert werden.

Quelle: dpa

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